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Österreich vor der Nationalratswahl

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Österreich vor der Nationalratswahl

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Die österreichischen Parteien haben ihren Wahlkampf beendet: Am Sonntag können nun gut
sechs Millionen Wähler über den neuen Nationalrat abstimmen. Um die 183 Sitze im Parlament bewerben sich zehn Parteien, so viele wie noch nie.

Die Umfragen sehen einen leichten Vorsprung für die Sozialdemokraten unter Werner Faymann, zur Zeit Verkehrsminister. Knapp dahinter käme demnach die konservative Volkspartei von Wilhelm Molterer, dem Vizekanzler und Finanzminister.

Beiden großen Parteien, SPÖ und ÖVP, drohen aber starke Verluste gegenüber der letzten Wahl vor zwei Jahren. Der Hauptgrund: die Unzufriedenheit
vieler Österreicher mit den vergangenen zwei Jahren
der Großen Koalition.

Profitieren können von dieser Unzufriedenheit die rechten Parteien, wie das Bündnis Zukunft Österreich von Jörg Haider. Bei der letzten Wahl kam das damals neugegründete BZÖ gerade so über
die Vierprozenthürde, und auch das nur dank des starken Abschneidens in Haiders Heimat Kärnten. Diesmal sehen die Umfragen für die Partei doppelt so viele Stimmen.

Und auch Haiders frühere Partei, die FPÖ – inzwischen unter Heinz-Christian Strache – legt stark
zu und würde mit etwas unter zwanzig Prozent
drittstärkste Kraft werden. Beim letzten Mal gehörte dieser Platz noch knapp den Grünen von Alexander Van der Bellen, die in den Umfragen aber bei etwa elf Prozent verharren.

Alle diese Umfragen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen: Viele Österreicher wussten bis zuletzt
noch gar nicht, wen sie am Sonntag wählen würden. Außerdem gibt es zum ersten Mal die Briefwahl, von
der offenbar viele Wähler Gebrauch machen werden.
Diese Briefe müssen erst acht Tage nach der Wahl – am 6. Oktober – bei der Wahlbehörde eingegangen sein; vorher gibt es auch noch kein Endergebnis.