Eilmeldung

Eilmeldung

Alarm in Europa: Finanzkrise schlägt auf Altem Kontinent zu

Sie lesen gerade:

Alarm in Europa: Finanzkrise schlägt auf Altem Kontinent zu

Schriftgrösse Aa Aa

Der Schwerpunkt der Finanzkrise hat sich zu Wochenbeginn nach Europa verlagert. Die jüngsten Dominosteine fielen auf dem Alten Kontinent um, der sich bislang vor den massiven Turbulenzen einigermaßen in Sicherheit wähnte. Ein Trugschluss.

Fortis, Bradford & Bingley, Hypo Real Estate und wohl auch Dexia erhalten demnächst 1A-Staatsbegräbnisse. In Europa gehe es nicht in erster Linie um faule Kredite, sagt ein Frankfurter Händler. Hier gebe es ein Liquiditätsproblem.

Denn die Banken verleihen sich untereinander praktisch kein Geld mehr, eine Folge der schweren Immobilienkrise in den USA vor einem Jahr. eitdem breitet sich in Europas Kreditbranche ein finanzieller Schwelbrand aus, angefacht zudem durch die Mega-Pleite bei Lehman Brothers.

Am stärksten betroffen ist Großbritannien, aber auch Frankreich, Deutschland, die Schweiz und die Benelux-Staaten stehen vor großen Löscharbeiten.
Der Rest Europas ist bislang kaum betroffen. Die bange Frage lautet indes: wie lange noch?

Unterdessen verdoppelte in den USA die Notenbank die Kreditlinie für die Zentralbanken in Kanada, Europa und Asien auf 620 Milliarden Dollar. Die Federal Reserve will dadurch die Zentralbanken in die Lage versetzen, Darlehen in Dollar ausgeben zu können. Das Ganze, um den Kreditfluss nicht stagnieren zu lassen. Auch die US-Geldmärkte werden von der Fed erneut mit Milliardenbeträgen geflutet.

So ganz ohne Hiobsbotschaft aus den USA ging dieser Tag indes nicht vorüber. Die schwer angeschlagene viertgrößte Bank Wachovia mußte in einem Notverkauf vom Finanzkonzern Citigroup gerettet werden.

Die Übernahme erfolgte unter Vermittlung der Bankenaufsicht und der US-Regierung. Citigroup übernimmt den Großteil der Filialen und Kundengelder sowie auch Verluste des Wettbewerbers in Milliardenhöhe.