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Europas Regierungen übernehmen die Kreditwirtschaft

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Europas Regierungen übernehmen die Kreditwirtschaft

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Tausende geprellter Sparer – für die Regierung in Irland ist das eine Horrorvorstellung mit unkalkulierbaren politischen Risiken. Dublin sorgt daher vor und springt als Garant für alle Einlagen bei den größten Banken des Landes ein. Eine noch nie dagewesene Maßnahme.

Eine solche verabredeten auch die Regierungen in Paris, Brüssel und Luxemburg, als sie der angeschlagenen Bank Dexia mit einer milliardenschweren Kapitalerhöhung unter die Arme griffen.

Das Geschäft mit Krediten ist in Europa inzwischen zur Chefsache geworden. Auf den politischen Bühnen wird immer häufiger ein Stück inszeniert, das Staatskapitalismus heißt. Eher widerwillig setzen es die Regisseure auf den Spielplan.

Dabei gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen dem Bankensektor in Europa und den USA, worauf der Finanzfachmann und Ex-EU-Kommissar Etienne Davignon hinweist.
Amerikanische Geldhäuser versuchten bislang mit allen Mitteln, jährliche Wachstumsraten von zehn Prozent und mehr zu erreichen.

Und zwar mit immer obskureren Anlageprodukten. Dies hätten europäische Branchenkollegen kaum nachvollzogen. Deren Problem sei es hingegen, dass in vielen Fällen die Eigenkapitalquote zu gering sei. Und das habe in der Öffentlichkeit zu dem dramatischen Vertrauensverlust geführt.

Das Vertrauen der Anleger in die Kapitalmärkte wieder herzustellen, das dürfte die Hauptaufgabe der Branche sein. Kein leichter Job: In Frankfurt verglich ein Analyst die Führung etwa des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate mit Hasardeuren. Die Zukunft dieses Geldhauses ist nach dem hastig geschnürten Rettungspaket von Banken und Regierung mehr als offen.