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Finanzkrise erreicht Europa

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Finanzkrise erreicht Europa

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“Die sind verrückt geworden”, titelt die Pariser “Liberation”. Anderswo liest man in anderen Sprachen ähnlich drastische Kommentare Die Finanzierungskrise hat Europa erreicht. Erst recht, nachdem die US-Parlamentarier den Rettungsplan ihres Finanzministers abgelehnt haben. Dieser Finanzjournalist in London will den Vergleich mit der “Großen Depression” Ende der 20er Jahre nicht gelten lassen. Das Bankensystem sei diesmal noch nicht völlig tot.

Aber angeschlagen genug, um kleinen Unternehmern wie hier in Arlingston/ Texas die Arbeit ziemlich schwer zu machen. Vor allem das Liquiditätsproblem wird zur Existenzfrage. Der Besitzer spricht von der Unmöglichkeit, neue Projekte zu starten, wenn man auf eine Reaktion seiner Bank nun statt Wochen Monate warten müsse, da lasse er es besser gleich bleiben.

Um FORTIS zu retten, einen der größten Finanzkonzerne in Europa, haben sich gleich alle drei Regierungen der Be-Ne-Lux-Staaten zusammengetan. Ein Anlager kommentiert das mit den Worten, wer jetzt noch sein Geld abhebe sei verrückt.

In Großbritannien hat es Bradford&Bringley einen der größen Baufinanzierer des Landes erwischt. Dabei verbreitete der eben noch soooo vielversprechende Werbung für den leichten Weg zum Eigenheim.

Die Firma wird zwar gerettet – aber auf Kosten von Aktionären wie ihm, der jetzt schimpft:
“Die Regierung hat dieses Unternehmen den Aktionären gestohlen”. Dann zählt er auf:
“…Keine außerordentliche Aktionärsversammlung, keine Absprache, sie haben es einfach genommen wie das die Sowjetunion getan hat. Das ist wie in einer Bananenrepublik und nicht wie in einem demokratischen Staat im 21. Jahrhundert.”

An der Wall Street werden Passanten auf recht sarkastische Weise auf veränderte Verhältnisse hingewiesen. Da bitten notleidende “eben-noch-Milliardäre” um eine milde Gabe.