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Brüssel billigt Verstaatlichung von Bradford & Bingley

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Brüssel billigt Verstaatlichung von Bradford & Bingley

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Die EU-Kommission hat den staatlichen Rettungsplan für den britischen Baufinanzierer Bradford & Bingley abgesegnet. Die Maßnahmen Londons bewegten sich im Rahmen geltenden EU-Rechts, hieß es in Brüssel. Die Regierung hatte die risikohaften Hypotheken und Kredite übernommen, die Spareinlagen und das Filialnetz an den spanischen Bankenriesen Santander verkauft.

Nach Meinung des italienischen Analysten Fabrizio Petrucci trat die Schwäche des angelsächsischen Finanzsystems und gleichzeitig die Stärke der Eurozone voll zutage. Die Banken der Eurozone zeigten sich weitaus widerstandsfähiger und könnten sich als Weltmarktführer etablieren. Dies sei eine große Chance für die Euro-Banken – vorausgesetzt, diese seien wirtschaftlich gesund.

Diese Rolle könnten nach Meinung von Experten vor allem spanische Banken wie Santander übernehmen. Seit einer schweren Krise in den 80er Jahren muß die Kreditbranche mit dem europaweit strengsten Kontrollsystem operieren. Viele der von Brüssel geforderten Maßnahmen sind in Spanien bereits Wirklichkeit.

Ob italienische Banken sich auch dieser Solidität erfreuen, bleibt indes abzuwarten. Die Mailänder Großbank UniCredit kündigte nach starken Kursverlusten an, Teile ihres Immobilienportfolios in einen Fonds auslagern zu wollen.

Börsengerüchte über einen Rücktritt von Vorstandschef Alessandro Profumo wurden zugleich dementiert. Profumo demonstrierte unterdessen in einem Schreiben an die Mitarbeiter demonstrativ Gelassenheit. Die Bank sei solide, es gebe keinen Grund zur Unruhe.