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Weitere Rettungsmaßnahmen in Europa

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Weitere Rettungsmaßnahmen in Europa

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Die Finanzkrise ist auch in Europa noch lange nicht ausgestanden: Nun bekommt die belgisch-französische Dexia-Bank milliardenschwere Staatshilfe. Belgien, Frankreich und Luxemburg sorgen für eine Kapitalerhöhung von mehr als sechs Milliarden Euro.

Erst am Tag zuvor hatten die Benelux-Staaten die belgisch-niederländische Fortis-Bank mit gut elf Milliarden Euro vor dem Zusammenbruch bewahrt.

Die Aktienkurse von Fortis und Dexia erholten sich wieder etwas.

Frankreich will in dieser Krise jetzt ein europäisches Spitzentreffen einberufen. Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, auch Chef der Euro-Gruppe, sagt, auf diese Art und Weise gehe es nicht weiter. Man müsse systematisch vorgehen, innerhalb des Euro-Raums und auf EU-Ebene.

In Irland gibt die Regierung nun eine Bürgschaft für alle Einlagen der Kunden bei den größten Banken des Landes. Diese Bürgschaft beträgt bis zu vierhundert Milliarden Euro – mehr als doppelt so viel wie das ganze Bruttoinlandsprodukt.

Die Europäische Zentralbank gibt sich zuversichtlich: Im Euro-Raum habe man alle nötigen Mittel, sagt EZB-Chef Jean-Claude Trichet; um mit der Krise fertig zu werden – einer Krise, die man nicht selbst verschuldet habe, gegen die man sich aber so gut wie möglich wappnen müsse.

Angeschlagen ist aber auch zum Beispiel die italienische Unicredit-Bank, eine der größten Europas und Mutter der Bank Austria. Die Aktie ist auf dem tiefsten Stand seit über zehn Jahren; der handel wurde erneut zeitweise ausgesetzt.
Belastend wirken mögliche Verbindungen zur deutschen Krisenbank Hypo Real Estate, die früher zum Konzern gehörte.

Und sogar in Island macht sich die Krise bemerkbar: Die Regierung in Reykjavik übernimmt 75 Prozent der Glitnir-Bank, der drittgrößten auf der Insel. Laut Zentralbank wäre Glitnir sonst zusammengebrochen.