Eilmeldung

Eilmeldung

Uneinigkeit über europäische Antwort auf Finanzkrise

Sie lesen gerade:

Uneinigkeit über europäische Antwort auf Finanzkrise

Schriftgrösse Aa Aa

Eine klare europäische Antwort auf die Finanzkrise gibt es nicht. Nach tagelangen Spekulationen über eine europäische Krisensitzung lud jetzt die französische Regierung offiziell zu einem Treffen am Samstag in Paris. Dort soll es auch um den umstrittenen Plan gehen, 300 Milliarden Euro in den Banksektor zu pumpen. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann gehört zu den Befürwortern eines staatliches Hilfsprogramm nach dem Vorbild der USA. “Wenn die USA ein solches Paket verabschieden, sollte Europa bereit sein, vergleichbare Lösungen zu finden”, sagte Ackermann am Rande einer Veranstaltung in Frankfurt am Main.

Zu den Gegnern gehört die deutsche Kanzlerin Angela Merkel: Einen “Blankoscheck für alle Banken, egal wie verantwortungslos sie gehandelt haben”, lehnt sie strikt ab. Bessere “Sicherungs- und Frühwarnsysteme”, die auch Teil des Plans der französischen EU-Ratspräsidentschaft sind, könne sie sich dagegen durchaus vorstelle. Ob die europäischen Finanzminister am Wochenende in Paris zu einer Lösung kommen oder ob sie lediglich die Debatte der US-Abgeordenten neu-auflegen, ob der Steuerzahler für die Fehler der Banken aufkommen soll, wird sich zeigen.

Der irische Premier Brian Cowen – der gestern in Paris war – brachte jedenfalls heute schon ein unbefristete Staats-Garantie für die irischen Banken durchs Parlament. Dies wiederum passt der französischen Ratspräsidentschaft nicht, die unbedingt unabgestimmte Reaktionen einzelner Mitgliedsländer verhindern will, um der Krise mit einer kollektiven EU-Antwort zu begegnen.