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Brüssel will Mutterschutz verlängern

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Brüssel will Mutterschutz verlängern

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Frohe Botschaft für die künftigen Mütter: Wenn es nach dem Willen der EU-Kommission geht, wird der Mindest-Mutterschutz vor und nach der Geburt auf 18 Wochen verlängert. Derzeit müssen die Mitgliedsstaaten den Schwangeren mindestens 14 Wochen einräumen. Gleichzeitig soll der Kündigungsschutz für Schwangere verbessert werden.

Damit will Brüssel es den Frauen erleichtern, Kinder und Beruf zu vereinen und folgt dabei auch Empfehlungen der Internationalen Arbeitsorganisation.

Bislang handhaben die Mitgliedsstaaten die Frage unterschiedlich. Deutschland, Belgien und Frankreich müssten ihren Mindestschutz erhöhen, wenn die neue Regelung durchkommt. In Großbritannien oder gar Bulgarien haben die Frauen schon jetzt sehr viel längeren Mutterschutz. Schweden bietet acht Wochen vor dem Geburtstermin und danach Müttern wie Vätern das Recht auf Elternurlaub von über einem Jahr.

Mit ihrem Vorschlag will die Kommission mehr Frauen ins Berufsleben bringen, um dem künftigen Arbeitskräftemangel entgegenzusteuern. Ob die Mitgliedssstaaten, die den Vorschlag billigen müssen, sich in die nationale Sozialpolitik hineinreden lassen, wird sich zeigen. Kritik regt sich auch bei Europas Mittelstand: “Uns gefällt dieser Vorschlag nicht, denn erstens kostet er die Unternehmen zusätzlich Geld, insbesondere die Kleinbetriebe, und zweitens glauben wir nicht daran, dass er den Frauen wirklich ermöglicht, Beruf und Familie besser unter einen Hut zu bringen. Für diesen Zweck wäre es wichtiger, ein besseres Angebot bei der Kinderbetreuung zu haben, flexiblere Arbeitszeit-Vereinbarungen und mehr Erziehungsurlaubsangebote für Frauen”, erklärt
Gerhard Huemer vom Europäischen Handwerks- und KMU-Verband UEAPME.

Bei der Kinderbetreuung fordert auch die Kommission Verbesserungen. Viele Mitgliedsstaaten sind ihrer Bestandsaufnahme zufolge noch weit vom Ziel für 2010 entfernt, mindestens einem Drittel der Kinder unter drei Jahren einen Krippenplatz zu bieten.