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Leichter Vorteil für Biden in der US-Vizekandidaten-Debatte ohne grobe Ausrutscher

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Leichter Vorteil für Biden in der US-Vizekandidaten-Debatte ohne grobe Ausrutscher

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Noch nie hatten im US-Wahlkampf so viele Menschen das Fernseh-Duell der Vizekandidaten verfolgt. Aber die Republikanerin Sarah Palin – die man für tölpelhaft hielt – und der Demokrat Joe Biden – der als zu komplizierter Redner gilt – vermieden die groben Schnitzer, die viele Zuschauer erwarteten.

Als es um Wirtschaft ging, gab sich Palin volksnah: Es sei ein gutes Barometer für Amerikas Wirtschaft, zu einem Kinder-Fußballspiel zu gehen und die Eltern dort anch ihren Gefühlen zu fragen. “Und ich wette: das kann man zur Zeit viel von Angst hören!”

Biden dagegen umschiffte die Gefahr, Palin zu direkt anzugereifen, und nahm sich statt dessen ihren Präsidentschaftskandidaten vor: Noch vor zwei Woche habe John McCain um 9 Uhr morgens gesagt, dass die Fundamente der Wirtschaft solide seien. Noch zwei Wochen früher habe McCain erklärt, dass die USA unter George Bush große wirtschaftliche Fortschritte gemacht haben. “Um 9 Uhr war die Wirtschaft solide – und um 11 sagte er dann, dass wir in der Krise sind! John McCain ist dadurch kein schlechter Mensch – aber es zeigt, dass er die Bodenhaftung völlig verloren hat!”

In der Außenpolitik trafen entgegengesetzte Meinungen aufeinander – beide gaben sich als überzeugte Sprecher ihres jeweiligen Präsidentschaftskandidaten: Biden erklärte, er und Barack Obama seien sich einig, dass es ein Zeiplan für den Abzug aus dem Irak, und für die Übertragung der Verantwortung auf die Iraker nötig sei. Palin erwiderte darauf: “Ihr Plan ist, als ob man die weiße Fahne hissen würde!” Das sei keine gute Botschaft an die Soldaten, “und auch die Nation sollte auf mehr zählen können!”

Wenig Platz blieb für die wirkliche Debatte: Beide Kandidaten schienen in erster Linie genau das zu sagen, worauf sie sich vorbereitet hatten. In einer Blitzumfrage nach dem Duell sahen die Hälfte der Befragten Biden als Sieger; nur ein Drittel fand, dass Palin gewonnen hatte. Aber: über die Hälfte fanden sie “sympathischer”.