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Brown - Mandelson: zwei Intimfeinde raufen sich zusammen

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Brown - Mandelson: zwei Intimfeinde raufen sich zusammen

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Gordon Brown, Tony Blair und Peter Mandelson waren Mitte der 90er-Jahre angetreten, um die Labour Partei rundum zu erneuern. Blair wurde Parteiführer, Gordon Brown mußte zurückstecken – obwohl er schon damals als brilliantes Finanzgenie galt. Denn zur Renovierung der alten Partei, die schon seit Jahren nicht mehr an der Macht war, gehörte nicht nur eine wirtschaftsliberale Wende, sondern auch ein aufpoliertes Image. Dieses hatte sich Peter Mandelson maßgeblich ausgedacht: Er war es, der urteilte, dass Blair – gegenüber Brown – ein weitaus besseres Bild abgab.

“New Labour” war geboren. Mandelson galt vielen als graue Eminenz der Partei: der hochbegabte Kommunikationsspezialist, der im Hintergrund die Fäden zog. Für Brown aber wurde er zum Intimfeind der ihn persönlich erniedrigt hatte, und der der Partei eine Liberalisierung verschrieben hatte, die ihm persönlich zu schnell ging. In der Regierung Blair arbeiteten sie trotzdem zusammen: Brown als Schatzkanzler – während Mandelson verschiedene Ministerien innehatte, zweimal zurücktreten musste, und schließlich nach als Handelskommissar nach Brüssel ging.

Für Mandelsons früheren Berater Derek Draper ist es um so erstaunlicher, dass Brown nun über die alten Differenzen einfach hinwegsieht. Brown wolle jetzt einfach die qualifiziertesten Leute in seinem Kabinett – und auch das Land brauche die Besten. Viele seiner zukünftigen Ministerkollegen begrüßen seine Rückkehr in die Regierung. Aber die Erwartungen sind hoch: Er soll eine Antwort auf die Finanzkrise finden – und auch auf die Krise der britischen Regierung.