Eilmeldung

Eilmeldung

Palin besteht Fernsehduell

Sie lesen gerade:

Palin besteht Fernsehduell

Schriftgrösse Aa Aa

Wer immer in der Nacht zum Freitag die Debatte zwischen den beiden Vize-Präsidentschaftskandidaten verfolgt hat und insgeheim erwartete, dass die Republikanerin Sarah Palin sich neben dem erfahrenen Demokraten Joseph Biden blamieren könnte, der wurde enttäuscht. Sogar in Sachen Finanzkrise machte Sarah Palin eine passable Figur. Biden: “Die Mittelschicht hat das Nachsehen, während die Wohlhabenden und die Konzerne profitierten. Das werden wir ändern. Das wird Barack Obama ändern.” Darauf konterte Palin: “Joe… Wieder einmal schauen Sie nur zurück- Ihr ganzer Kommentar begann mit “die Regierung Bush”. Verdammt, lassen Sie uns nach Vorn schauen und den Amerikanern sagen, was wir in Zukunft für sie zu tun gedenken.” Ein weiteres Kernthema war der Irakkrieg. Die Position der Demokraten dazu ist klar – Biden machte sie mehr als deutlich, woraufhin Palin ihn nicht ohne Suffisanz darauf hinwies, dass er keineswegs immer so gedacht habe. Biden: “Wir werden diesen Krieg beenden. Für John McCain ist da kein Kriegsende in Sicht. Der fundamentale Unterschied ist, dass wir den Krieg beenden werden.” Darauf Palin: “Daran sieht mal wieder, dass ich in Washington eine Außenseiterin bin. Ich bin die Art wie ihr Leute tickt einfach nicht gewohnt. Erst stimmen Sie für diesen Krieg und jetzt sind Sie dagegen. Amerikaner wollen Aufrichtigkeit und wenn man dafür gestimmt hat, wollen Sie wissen wieso.” Im Verlauf der Debatte wirkte Biden ernst, ja fast streng, während Palin sich in gewohnter Weise volksnah gab: “Ich versichere Ihnen, dass John McCain und ich für Amerika kämpfen werden. Wir werden für die amerikanische Mittelschichts-Durchschnittsfamilie wie die meine sie ist, kämpfen.
Biden machte dagegen auf die Defizite der derzeitigen Regierung aufmerksam: “Niemand kann bestreiten, dass die letzten acht Jahre uns in ein tiefes Loch manövriert haben, sei es wirtschaftlich oder auch was unsere Glaubwürdigkeit betrifft. Wir brauchen den grundlegenden Wandel in unserer Wirtschaftspolitik ebenso wie in der Außenpolitik.”
Am Ende stand es Beobachtern zufolge Eins zu Eins. Die gefürchtete Katastrophe für die Republikaner war ausgeblieben.