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Achtung vor Gewalt im Internet Europarat gibt Leitlinien für Online-Anbieter heraus

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Achtung vor Gewalt im Internet Europarat gibt Leitlinien für Online-Anbieter heraus

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Das Gewalt-Videospiel “Kindergarten-Killer” ist inzwischen in Finnland aus dem Internet verbannt worden – die Konsequenz aus dem jüngsten Amoklauf an einer finnischen Schule.

Um Gewalt und Missbrauch im Internet einzudämmen, hat der Europarat, Europas älteste Institution zum Schutz der Menschenrechte, zusammen mit Vertretern der Branche neue Leitlinien für die Anbieter ausgearbeitet. Sie empfehlen den Herstellern unter anderem Filtersysteme und genaue Information über die Risiken.

Jan Kleijssen vom Europarat: “In den Leitlinen wird empfohlen, dass diejenigen, die diese Gewalt-Spiele vertreiben, Alterklassen angeben. Einige Spiele sollten zum Beispiel nicht an Kinder abgegeben werden – ähnlich wie es bei Filmen die 18-16-14-Klassifikation gibt. Und sie sollten auch selbst prüfen, ob die Inhalte nicht schon so gewalthaltig sind, dass sie illegal werden.”

Die Leitlinien richten sich an Hersteller von Internetspielen und Anbieter von Online-Diensten. Der Herstellerverband zieht mit – die freiwillige Selbstkontrolle könne das Image aufbessern: “Damit kann die Öffentlichkeit zwischen seriösen Herstellern von Produkten für Minderjährige und weniger seriösen unterscheiden. Verantwortungsbewusster Herausgeber zu sein, hat seinen Preis. Die Spiele sind Inhalte, und wie bei jedem Inhalt geht es darum zu wissen, ob die Hersteller über die Folgen dieser Inhalte für Minderjährige und Menschenrechte wachen, oder ob sie nur ihre Spiele verkaufen wollen”, meint Patrice Chazerand von der
Interactive Software Federation of Europe.

Mit zusätzlichen Informationen sollen die Anbieter ihre Kundschaft zum Beispiel auch davor warnen, dass Kinder beim Chatten Opfer von Pädophilen werden können.

Die wahren Hardcore-Nutzer dürften die guten Ratschläge allerdings kalt lassen…