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Medizin-Nobelpreis an Virusforscher in Deutschland und Frankreich

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Medizin-Nobelpreis an Virusforscher in Deutschland und Frankreich

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Der Medizin-Nobelpreis geht in diesem Jahr an drei europäische Virusforscher. Das Nobel-Komitee in Stockholm sprach eine Hälfte des Preises dem Deutschen Harald zur Hausen zu – für seine Entdeckung, dass bei der Entstehung des Gebärmutterhalskrebses ein Virus eine wesentliche Rolle spielt: das weit verbreitete Papilloma-Virus, das auch für Hautwarzen sorgt.

Harald zur Hausen stand bis zum Eintritt in den Ruhestand 2003 zwanzig Jahre lang an der Spitze des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg. Schon in der Frühzeit seiner wissenschaftlichen Arbeit widmete er sich der Rolle von Viren bei der Tumorgenese, – was damals als wenig erfolgversprechend galt.

Er sei natürlich sehr stolz, sagte der Geehrte; dies sei auf der einen Seite eine Anerkennung des Forschungsgebiets der viralen Tumorgenese, und auf der anderen Seite werde damit sein hervorragendes Team in Heidelberg geehrt. Dessen Entdeckung führte zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen Papilloma-Viren.

Die zweite Hälfte des Nobelpreises teilen sich zwei französische Virenforscher für ihre Entdeckung des AIDS-Virus HIV: Françoise Barré-Sinoussi leitet einer Forschungseinheit am Pariser Insitut Pasteur. Dort arbeitete sie in den Achtziger Jahren in der Forschungsgruppe von Luc Montagnier, die 1983 das HIV identifizierte (aber zunächst anders bezeichnete).

Alle drei Wissenschaftler werden zur Preisverleihung in der schwedischen Akademie der Wissenschaften in Stockholm erwartet, wie stets am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.