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Wer sichert unsere Ersparnisse?

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Wer sichert unsere Ersparnisse?

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Die Schlagzeilen werden schwarz und schwärzer. Die Bürger fürchten um ihr Erspartes. Experten sprechen von psychologischen Wirkungen, von Angst als Krisenbeschleuniger. Wer Angst hat vor der Zukunft, hält sein Geld zusammen, konsumiert so wenig wie möglich. In dieser Lage wird von der Politik nicht nur Krisenmenagement verlangt, um weitere Bankenpleiten zu verhindern.

In Brüssel betonte EU-Kommissionspräsident Barroso, es reiche nicht, Liquidität zuzuführen, gebraucht werde Vertrauen. Und deshalb seien die Mitgliedsstaaten zu engerer Zusammenarbeit aufgefordert.

Diese Zusammenarbeit soll nicht auf spektakuläre Rettungsaktionen beschränkt bleiben.
Vielmehr komme es nun darauf an, ein EU-weit einheitliches System der Einlagensicherung zu schaffen. Vergleichbar mit jenem Modell, das in den Vereinigten Staaten 1933 als Lehre aus der großen Depression entstand.

Die Grafik zeigt, wie unterschiedlich bisher in den EU-Staaten Einlagen abgesichert sind.
Deutschlands hohes Niveau hat bei den aktuellen Verhandlungen die Partner unter Zugzwang gesetzt. Mit dem Ergebnis, das die EU die Anhebeung der Mindestsätze für die nationalen Einlagensicherungssysteme von 20.000 auf 50.000 euro beschlossen hat.
Damit sollen vor allem jene Verbraucher beruhigt werden, die jetzt um die – egal wie angelegten – Ersparnisse ihres ganzen Arbeitslebens fürchten. Dieser britische Anlageberater spricht von der älteren Generation, die jetzt sehr in Sorge sei und fürchte, große Teile dessen zu verlieren, wofür sie ein Leben lang gearbeitet habe.
Und bisher konnte er diesen Leuten nur raten, nicht mehr als 35.000 pro Bank anzulegen, solange das das Sicherungslimit war.

Der heutige EU-Beschluß über eine höhere Einlagensicherung soll auch jenen Effekt verhindern, der in der großen Depression den Zusammenbruch noch beschleunigt hatte:
Weil die Leute um ihr Geld fürchteten, räumten sie in kollektiver Panik ihre Konten leer.