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Mordprozeß Politowskaja unter Ausschluß der Öffentlichkeit?


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Mordprozeß Politowskaja unter Ausschluß der Öffentlichkeit?

Am 2. Jahrestag der Ermordung der regime-kritischen Journalistin Anna Politowskaja hat die Staatsanwaltschaft eine erste Anhörung dreier Tatverdächtiger für den 15. Oktober angekündigt. Und zwar vor einem Moskauer Militärgericht. Diese Entscheidung wurde damit begründet, dass einer der Angeklagten Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes FSB war. Dieser Oberstleutnant Pawel Rjagusow soll dem Mörder aus dem FSB-Computer die Wohnanschrift der Journalistin besorgt haben.

Menschenrechtler befürchten, dass mit der Überweisung des Falles an ein Militärgericht der Mordfall Politkowskaja unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt werden soll.

Der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft der Russischen Föderation verkündete die Eröffnung des Verfahrens gegen einen gewissen Rustam Machmudow und andere.
Der vermutlich ins Ausland geflohene Tschetschene Machmudow werde mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Dieses Überwachungsvideo aus dem Wohnhaus des Opfers kursierte schon wenige Tage nach dem Mord im Internet – zusammen mit der These, da der Mörder zu erkennen sei, hätten ihn seine Auftraggeber sicher schon liquidiert.

Zwei Jahre später soll er nun in Westeuropa untergetaucht sein. Dafür sitzen seine beiden Brüder in Untersuchungshaft. Sie sollen den Tagesablauf der Journalistin ausspioniert haben.

Gegen den mutmaßlichen Todesschützen Rustam Machmudow liegt bereits seit 2001 ein internationaler Haftbefehl vor – wegen Entführung.

Seit dem Mord an Anna Politowskaja gibt es nach Angaben des russischen Journalistenverbandes deutlich weniger Artikel über die Art der Machtausübung des Kreml-nahen Kadyrow-Clans in Tschetschenien.

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