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Vermittler aus Leidenschaft: Martti Ahtisaari erhält den Friedensnobelpreis 2008

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Vermittler aus Leidenschaft: Martti Ahtisaari erhält den Friedensnobelpreis 2008

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Ein Küsschen der finnischen Präsidentin Tarja Halonen für den frischgebackenen Friedensnobelpreisträger Martti Ahtisaari: Das Nobelpreiskomitee hat am Freitag vormittag in Oslo seine Entscheidung bekannt gegeben, Ahtisaari die begehrte Auszeichnung zuzusprechen. Begründet wurde dies mit dem fast lebenslangen Einsatz Ahtisaaris als internationaler Vermittler in Krisenregionen.

Bei seiner ersten Pressekonferenz nach der Bekanntgabe kündigte Ahtisaari an, eine Stiftung zu gründen, die seinen Namen tragen soll. “Wenn ich in den Ruhestand trete, was ich derzeit noch nicht vorhabe”, sagte er, “können meine Kollegen die Arbeit fortführen, die wir gemeinsam begonnen haben.” Dann nahm Ahtisaari ironischen Bezug auf sein Alter: “Ich bin letztes Jahr 70 geworden und meine Freunde erkannten, dass ich alt werde, daher haben sie sich beeilt, mir den Preis zu geben.” Ein Preis, auf den Ahtisaari lang warten musste: In den vergangenen Jahren stand er regelmäßig auf der Liste der Favoriten für den Friedensnobelpreis, ohne ihn allerdings zu erhalten. Nun hofft er, dass auch sein Institut, das sich mit internationalem Krisenmanagement befasst, profitieren wird.

Ahtisaari absolvierte zahllose Vermittlereinsätze in aller Welt. Er war UN-Kommissar in Namibia und Mitorganisator der ersten freien Wahlen im Land. Er vermittelte im Balkan-Krieg und im Kosovo-Konflikt und brachte Indonesiens Regierung und die Separatistenbewegung “Freies Aceh” an den Verhandlungstisch und zu einer Einigung. Seine Zeit als finnischer Präsident von 1994 bis 2000 mutet da fast nur wie ein Zwischenspiel an – und auch das hohe Amt konnte ihn nicht davon abhalten, sich weiterhin als Vermittler zu betätigen.