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Chronik einer angekündigten Krise

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Chronik einer angekündigten Krise

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Es war der seit langem turbulenteste Monat im internationalen Finanzgeschäft.
Der große Absturz begann am 15. September, als in New York die renommierte mehr als 150 Jahre alte Bank “Lehman brothers” nach einem Verlust von 3,9 Milliarden Dollar Insolvenz anmelden mußte.

Das wirkte wie ein schnell ansteckendes Fieber. Schon am Tag darauf sprang die amerikanische Notenbank ein, um den größten Versicherer des Landes – AIG – vor dem Bankrott zu bewahren.

Mit dem Geld der Steuerzahler müssen die Fehler der Banker ausgebügelt werden.
Die Mehrheit der Abgeordneten im Repräsentantenhaus stellte sich erst einmal quer, als der Finanzminister 700 Milliarden Dollar für die Rettung des rundum angeschlagenen Finanzsektors verlangte.

Doch letztlich blieb Amerikas Gesetzesmachern gar nichts anderes übrig, als dem Projekt in etwas verändeter Form doch zuzustimmen. Denn an der wallstreet wurden schon die tiefschwarzen Erinnerungen an die “große Depression” heraufbeschworen und die Krise hatte inzwischen Europa erreicht. Fortis, Bradford&Bingley, Dexia und schließlich auch die deutsche Hypo Real Estat.

Auch auf dem alten Kontinent springen reihenweise die Staaten in die Bresche, um ihre eigenen Finanzsysteme vor dem Zusammenbruch zu bewahren .

Begonnen hatte das alles vor einem Jahr mit den faulen Immonilienkrediten in den USA.

Der Generalsekretär der europäischen Banken-Föderation, Guido Ravoet, erinnert an die risiko-belasteten Anlagen oder schlicht “faulen Kredite”, mit denen sich im Grunde alle Banken irgendwie herumschlagen. Einige Banken haben das Problem aufgearbeitet, sich von den Verlusten befreit – andere nicht. Und eben deshalb sei es nötig, Klarheit darüber zu gewinnen, wie diese faulen Kredite behandelt werden sollen.

Auch darüber berieten die eilig über´s Wochenende vom französischen Präsidenten zusammengetrommelten Spitzenpolitiker der europäischen G-7-Partner. Für sie bedeutet diese Finanzkrise eine ganz eigene Vertrauenskrise. Von “Spiralbewegung nach unten” spricht inzwischen der deutsche Finanzminister .

Das kann ja wohl nur heißen, daß auch mit der spektakuläten gemeinsamen Zinssenkung von Europäischer Zentralbank und 5 anderen Zentralbanken die Kuh noch nicht vom Eis ist.