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Britische Regierung wird Banken-Grossaktionärin


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Britische Regierung wird Banken-Grossaktionärin

Zur Rettung der Bankenlandschaft springt die britische Regierung bei drei Großbanken als neuer Anteilseigner ein und versorgt die Kreditinstitute mit einer Kapitalspritze von fast 47 Milliarden Euro.

Im Rahmen des Programms stehen für die Royal Bank of Scotland (RBS) Steuergelder von 25 Milliarden Euro bereit. Damit wird der Staat Hauptaktionär mit einem Anteil von rund 60 Prozent, falls nicht noch ein privater Geldgeber hinzukommt. RBS-Chef Fred Goodwin kündigte seinen Rücktritt an.

Die vor einer Fusion stehenden Banken HBOS und Lloyds TSB benötigen gemeinsam gut 21 Milliarden Euro frisches Kapital. An der Großbank Lloyds/HBOS wird der Staat einen Anteil von 40 Prozent halten.

Bedingung für die staatlichen Hilfen sind Grenzen bei der Vergütung von Managern und eine erhöhte Kreditvergabe für Hypotheken und kleine Betriebe. Ausserdem wird die Regierung bei der anstehenden Neu-Besetzung der Führungsgremien mitreden.

Premierminister Gordon Brown: “In aussergewöhlichen Zeiten, wenn Finanzmärkte austrocknen, kann die Regierung nicht einfach zusehen, wie die Menschen gebeutelt werden. In einer unsicheren und unstabilen Welt müssen wir für Sparer, Kleinbetriebe und Hausbesitzer ein sicherer Fels sein, auf den die Briten bauen können.”

Die britische Großbank Barclays braucht nach eigenen Angaben auch eine Finanzspritze von gut acht Milliarden Euro. Man will allerdings ohne Hilfe des Steuerzahlers auskommen. Die Großbank HSBC hatte schon zuvor eine Kapitalerhöhung ohne Hilfe des Steuerzahlers angekündigt.

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