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Welternährungstag im Zeichen der mehrfachen Krise

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Welternährungstag im Zeichen der mehrfachen Krise

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“Wenn wir eine Rezession haben, wird es noch schwieriger, Ressourcen für die Landwirtschaft in den Entwicklungsländern zu mobilisieren. Auch wird das Einkommen der Menschen in so einer Periode nicht wachsen, so daß es wohl noch mehr arme und hungrige Menschen geben wird.”

Zu dieser tristen Einschätzung kommt Jacques Diouf, Generaldirektor der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft – FAO – aus Anlaß des Welternährungstages. Und er warnt, man dürfe auch in Zeiten kollabierender Banken nicht das Schicksal von Millionen der Ärmsten aus den Augen verlieren.

Wie dramatisch die Lage ist, zeigen Zahlen aus dem FAO-Jahresbericht : Eigentlich hatten sich die Vereinten Nationen ja vorgenommen, innerhalb von 15 Jahren die Zahl der Hungernden zu halbieren. Statt dessen ist deren Zahl innerhalb eines Jahres um 75 Millionen gestiegen. Die schlimmsten Hungergebiete der Erde liegen in Afrika südlich der Sahara, in Südamerika und in Asien. Die traurige Bilanz für 2008 lautet: Seit 40 Jahren wurde nicht mehr so wenig für internationale Hilfe ausgegeben.

Josette Sheeran vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen spricht von einer Dreifach-Krise, in die die Welt hineingeraten sei. Steigende Nahrungsmittelpreise, Ölpreise und jetzt auch noch die Finanzen. Darunter leide jeder, aber für jene, die von weniger als einem Dollar pro Tag leben müssen, werde es zur Frage von Leben und Tod, zur Frage, ob ihre Kinder überhaupt noch jeden Tag eine Mahlzeit bekommen.

Es geht um Menschen wie die Kenianerin Asina, die mit ihren 6 Kindern in einem Slum von Nairobi lebt. In Zeiten täglich steigender Lebenmittelpreise wird sattessen für sie oft zum unerfüllbaren Traum. Sie klagt über die immer zahlreicher werdenden Tage, an denen sie nicht weiß, was sie den Kindern am Abend vorsetzen soll, Tage, an denen sie hungrig schlafen gehen.

Als Grund für die Misere haben Fachleute die Folgen der Erderwärmung ausgemacht – aber auch politisch gesteuerte Entwicklungen wie die wachsende Erzeugung von Bio-Sprit aus Agrarprodukten.