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Italien will EU-Klimaplan verzögern

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Italien will EU-Klimaplan verzögern

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Italiens Schornsteine sollen noch Jahre ungehindert qualmen dürfen – und wer im Land etwas dagegen sagt, ist ein Nestbeschmutzer. So antwortet – verkürzt – Regierungschef Silvio Berlusconi der EU-Kommission, die mit einem ehrgeizigen Plan die europäischen Klimaziele festschreiben will.

Der Plan sei – wörtlich – “Wahnsinn” und “viel zu teuer”. Die Opposition – so Berlusconi weiter – wolle nur wieder Italien in ein schlechtes Licht stellen, wenn sie behaupte, das Land isoliere sich mit dieser Position. Immerhin 9 Länder (neben Italien, Estland, Litauen, Lettland, Polen, die Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien) teilten die italienischen Ansichten.

Die größten EU-Länder (Finnland, Schweden, Dänemark, Großbritannien, die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Slowenien, Spanien und Portugal) unterstützen die EU-Kommission in ihrem Plan bis 2020 den europäischen CO2-Ausstoß um 20 Prozent vermindern, die Energieeffizienz um 20 Prozent erhöhen und den Anteil erneuerbarer Energiequellen um ebenfalls 20 Prozent steigern. Deutschland und Österreich vertreten widersprüchliche Positionen.

Italien, so Berlusconi, – mit seinem hohen Anteil Kleinunternehmer am Wirtschaftsleben – könne sich aber die Kosten von rund 25 Milliarden Euro nicht leisten. Die EU-Kommission erwidert jedoch, dass Italien gleichzeitig soviel weniger Erdöl importieren bräuchte, dass die Rechnung für das Land höchstens ein Drittel so hoch wäre.