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Diplomatische Verstimmung zwischen Deutschland und der Schweiz

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Diplomatische Verstimmung zwischen Deutschland und der Schweiz

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Die Schweiz sieht sich von Deutschland zu Unrecht gebrandmarkt. Nach der Kritik des deutschen Finanzministers an Steueroasen in Europa bestellte die Regierung in Bern den deutschen Botschafter zum Rapport. Außenministerin Micheline Calmy-Rey sagte, Steinbrücks Äußerungen hätten die Regierung empört; seine Wortwahl sei unzulässig: Es sei leicht, einen Sündenbock zu finden, wenn man selbst in Schwierigkeiten sei; es sei wohl einfacher, anderen die Dinge zu erklären, indem man sage, “die da” hätten Schuld.
Der deutsche Finanzminister hatte am Vortag nach einer OECD-Ministerkonferenz in Paris erklärt, im Kampf gegen grenzüberschreitende Steuerhinterziehung gehöre die Schweiz auf die Schwarze Liste der Steueroasen: Die Schweiz biete Konditionen an, mit denen deutsche Steuerzahler eingeladen würden, in Deutschland Steuern zu hinterziehen; deshalb gehöre die Schweiz auf eine solche Liste, und “nicht in den grünen Bereich”.
Auf der schwarzen Liste der Steuerparadiese stehen in Europa bisher nur Monaco, Andorra und Liechtenstein.
Das bei der OECD-Konferenz ebenfalls kritisierte Luxemburg zeigte sich grundsätzlich gesprächsbereit.