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Russischer Vize-Finanzminister in Freiheit – Erfolg für Liberale

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Russischer Vize-Finanzminister in Freiheit – Erfolg für Liberale

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Mit der überraschenden Freilassung des stellvertretenden Finanzministers Sergeij Stortschak scheinen die Liberalen in der russischen Regierung einen Sieg errungen zu haben. Offiziell hieß es, die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Veruntreuung seien abgeschlossen, er könne nun in Freiheit auf seinen Prozess warten.

Doch ist wahrscheinlich, dass Stortschak sofort wieder ins Ministerium zurückkehrt. Kaum wieder in Freiheit, machte er klar, dass er auch im Gefängnis selbstverständlich die Folgen der Finanzkrise beobachtet habe. Ob in Ost- oder Westeuropa, ihm seien alle Details bekannt – er könne unverzüglich die Arbeit wieder aufnehmen.

Die Krise und der gleichzeitige Fall der Ölpreise – die Russland besonders hart getroffen haben – könnten der eigentliche Grund der Freilassung sein: Storchak gilt als einer der geschicktesten Finanz-Unterhändler der russischen Regierung. Als ihm im November vergangenen Jahres vorgeworfen wurde, er habe umgerechnet rund 30 Million Euro veruntreut, interpretierten viele Beobachter dies als Manöver gegen seinen Vorgesetzten, Finanzminister Alexej Kudrin, einen der Vertreter der Liberalen in der russischen Regierung.

Kudrin hatte mehrfach gesagt, die Vorwürfe gegen seinen Stellvertreter seien haltlos. Nun wird Storchak wahrscheinlich schon in Kürze Präsident Dimitri Medwedew zum Umgang mit der Finanzkrise beraten – und dieser könnte seine Talente dringen nötig haben.