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EU-Parlament verleiht Sacharow-Preis an chinesischen Bürgerrechtler

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EU-Parlament verleiht Sacharow-Preis an chinesischen Bürgerrechtler

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Die Verleihung des Menschenrechtspreises der EU für Hu Jia hat Peking verärgert. Hu sitzt seit April in einem chinesischen Gefängnis. Er war bekannt geworden, als er sich vor knapp einem Jahr per Webkamera an die Abgeordneten des EU-Parlaments gewandt hatte. Daraufhin wurde er von den chinesischen Sicherheitskräften gefasst. Mit dem “Sacharow-Preis für geistige Freiheit” würdigte Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering nun Hus riskanten Kampf für Religionsfreiheit und Aidskranke.

Zuvor hatte die chinesische EU-Vertretung in einem Brief vor den Folgen der Auszeichnung gewarnt. Peking weise die Einmischung anderer Länder in seine inneren Angelegenheiten zurück. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums sagte, man sei sehr unzufrieden, dass das EU-Parlament den Preis einem inhaftierten Kriminellen verleihe – unter Missachtung aller chinesischen Darstellungen.

Drei Jahre bleiben Hu bis zum Ende seiner Gefängnisstrafe. Er hat keinen Kontakt zu seiner Familie, die unter Hausarrest steht. Aus ihrer Wohnung wurden Telefone und Computer entfernt. Ob Hu jemals persönlich den Preis des EU-Parlaments entgegennehmen kann, ist mehr als fraglich.