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China verärgert über EU-Auszeichnung für Dissident Hu Jia

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China verärgert über EU-Auszeichnung für Dissident Hu Jia

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Einen Tag vor dem EU-China-Gipfel hat die Verleihung des Sacharow-Preises des Europäischen Parlaments an den Bürgerrechtler Hu Jia in China für Verstimmung gesorgt. Die Volksrepublik hatte im Vorfeld massiven Druck ausgeübt und mit Konsequnzen für die Beziehungen zwischen China und der EU gedroht. Die Auszeichnung einem inhaftierten Kriminellen zu verleihen, greife in Chinas Rechtshoheit ein, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Außerdem entspreche es nicht dem ursprünglichem Zweck des Preises.

Bereits vergangene Woche warnte die chinesische Vertretung in Brüssel in einem Brief vor den Folgen einer Auszeichung. Doch das Europaparlament wollte ein klares Signal senden. Die EU-Kommission begrüßte derweil die Entscheidung.

Hu Jia wird den Preis nicht selbst entgegen nehmen können: Er sitzt seit einem dreiviertel Jahr in einem Pekinger Gefängnis. Im November 2007 hatte er den EU-Abgeordneten in einer Videokonferenz über die Lage im Land berichtet und Menschenrechtsverstöße kritisiert. Kurz darauf wurde er verhaftet und zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.