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Gewalt und Flüchtlingelend im Kongo

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Gewalt und Flüchtlingelend im Kongo

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Im Osten des Kongo eskaliert die Gewalt. Während die Rebellenarmee des Tutsi-Generals Laurent N’kunda der Stadt Goma immer näher rückt, griffen ruandischsprachige Kongolesen einen Sitz der dortigen UNO-Friedenstruppe an – um gegen deren Untätigkeit zu protestieren. Sie befürchten Massaker wie im benachbarten Ruanda vor 15 Jahren, wenn N’kunda die Stadt einnimmt.

In der vergangenen Nacht hatten die Blauhelme in die Kämpfe zwischen Rebellen und regulärer Armee eingegriffen. Beim UN-Flüchtlingskommissariat ist aber zunehmend klar, dass den Vereinten Nationen die Hände gebunden sind: Der Sprecher Ron Redmond erklärt, dass zu den fast eine Millionen Menschen, die seit Jahren auf der Flucht sind, nun noch einmal Hundertausend hinzukommen. Zu diesen Menschen haben die Hilfsarbeitern während der Kämpfe keinen Zugang. Es herrsche Anarchie dort.

Der Krieg in der Provinz Nord-Kivu tobt seit rund 10 Jahren, als aus dem Nachbarland Ruanda der Konflikt zwischen Hutu und Tutsi auf den Kongo übergriff. Während viele Menschen in die Provinz-Hauptstadt Goma fliehen, um dort vor den Kämpfen Schutz zu suchen, näherten sich die Rebellen der Stadt auf rund 100 Kilometer. Nun wurde bekannt, dass die reguläre Armee sich darauf vorbereitet, die Stadt aufzugeben.