Eilmeldung

Eilmeldung

Müllkippe der Reichskristallnacht

Sie lesen gerade:

Müllkippe der Reichskristallnacht

Schriftgrösse Aa Aa

In diesem November jährt sich zum 70.Mal die Reichskristallnacht. Wegen der zahlreichen Scherben der über 200 zerstörten Synagogen und abertausender Schaufenster jüdischer Geschäfte prägte der Volksmund diesen Begriff für die von den Nazis organisierten Progrome in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938. Der israelische Journalist Jaron Savoray will nun Schutt aus der Reichskristallnacht auf einer Müllkippe im brandenburgischen Klandorf gefunden haben.

Am 11. November 1938, so berichten Einheimische, seien hier Unmengen Schutt abgeliefert worden. Das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege hat die Echtheit der Fundstücke noch nicht bestätigt, für Jaron Savoray sind sie auf jedenfall etwas ganz besonderes: “Wenn ich das nach Israel, nach Jad Vaschem bringe, werden jüdische Besucher sagen, genau so sah es in unserem Haus vor 50, 60 Jahren aus. Für Juden wäre es ein Schatz, wenn es sich um Gegenstände aus der Vorkriegszeit handeln sollte”, sagt Savoray.

Dass Svoray jetzt entgegen bestehender Absprachen an die Öffentlichkeit getreten ist, ohne das von ihm versprochene Begleitprojekt vorzustellen, verärgert die Gemeinde Schorfheide zu der Klansdorf seit 2003 gehört. Sie fürchtet, dass die stillgelegte Müllkippe Nazi-Devotionalienjäger anzieht.