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Florida wandelt sich - weg von den Konservativen

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Florida wandelt sich - weg von den Konservativen

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Florida – Rentnerparadies und Hochburg der Konservativen.
Hier bekam George W. Bush jene paar hundert Stimmen, die ihn vor acht Jahren ins Weiße Haus brachten.
27 Wahlmännerstimmen hat der Staat, da lohnt sich jede Anstrengung.

Jeder 5. Einwohner des Sonnenstaates ist im Rentenalter – und unter den Senioren geht seit der Finanzkrise die Angst um.
Ist das Ersparte noch sicher angelegt???
Nicht wenige der älteren Wähler in Florida – zunächst eher McCain zugeneigt – gehen nun auch in Versammlungen der Demokraten – wie der 91jährige ehemalige Beamte Eugene Ferber,
der nur von einer kleinen Rente und staatlichen Beihilfen lebt.. Es reicht nicht, sagt er.

Wenn die Wahlhelfer von McCain “Klinken putzen” gehen, dann finden sie bei den
20 % der Bevölkerung, die
spanisch sprechen, viele offene Türen und offene Ohren.
Es sind zumeist Castro-Gegner aus Kuba.
Und die wählen traditionell republikanisch.

Die Wahlhelfer verständigen sich mit dem älteren Ehepaar auf spanisch darauf, McCain zu wählen.

Doch selbst bei den Hispanics in Florida ist schon etwas Wandel angekommen.
Die Jüngeren wollen auch eine andere Kuba-Politik.

Für Maria ist das Embargo gegen Kuba ein Thema.
“Das war nicht erfolgreich”, konstatiert sie auf englisch.

Und dann verbreitet gerade im Bundesstaat mit den vielen netten Altersruhesitzen die Immobilienkrise Unruhe.
Nirgends sonst in den USA sind im ersten Halbjahr 2008 soviele Privathäuser versteigert worden. Das hat das Vertrauen in die Politik der Republikaner nachhaltig erschüttert.

Fernando Cano nennt es Betrug.
Er erwartet auch die Zwangsvollstreckung, wird sein Haus verlieren..
Mehr als 10 Jahre hat er hier gelebt und brav abgezahlt, bis er umschulden mußte.
“Die da oben helfen doch nur den Banken und Ölfirmen”, schimpft er.

Bei ihm brauchen McCains Leute nicht zu klingeln.
Und dann hat die Arbeitslosigkeit im Sonnenstaat auch noch den US-Durchschnitt überholt.

Die Zeiten scheinen hier überhaupt nicht rosig für die Republikaner.