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Regierung und Studenten prügeln sich um Bildungsreform

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Regierung und Studenten prügeln sich um Bildungsreform

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Prügeln um die Bildung: Nach Verabschiedung der umstrittenen Schulreform gehen in Italien die Proteste weiter. Auf der römischen Piazza Navona gingen Studenten aus dem rechten und linken Lager mit Tischen und Stühlen umliegender Lokale aufeinander los.

Die Reform sieht die Rückkehr des Einheitslehrers und kürzere Schultage vor, vor allem aber die Streichung von 130.000 Stellen im Bildungswesen. Die linke Opposition nannte das Gesetz “einen Aderlass”.

Vor dem Senat demonstrierten 5000 Jugendliche friedlich. “Hau Ab!”, riefen sie der Bildungsministerin zu, und Schlimmeres. “Man sagt, die Jugend von heute habe keine Bildung und gehe zu früh von der Schule”, empört sich eine Demonstrantin, in Wahrheit machten die Politiker das Lernen schwer.

162 Senatoren stimmten für die Reform, 134 dagegen. Bildungsministerin Mariastella Gelmini sprach von der Rückkehr von Erziehung und Ernsthaftigkeit in den Schulen. Zurück kommen aber auch Schuluniformen und Betragensnoten.

Für Ministerpräsident Silvio Berlusconi sind die Proteste von der linken Opposition organisiert. Sie seien eine Manipulation der Studenten, denn die seien vom verabschiedeten Schulgesetz gar nicht betroffen.

Tatsächlich gibt es bei den geplanten Uni-Einsparungen noch Diskussionen. Spielraum wohl aber kaum. Vielerorts gingen deshalb die Demonstrationen weiter. Für morgen haben die Gewerkschaften zu einem Generalstreik aufgerufen.