Eilmeldung

Eilmeldung

Ein Wahlkampf nahezu ohne soziale Themen

Sie lesen gerade:

Ein Wahlkampf nahezu ohne soziale Themen

Schriftgrösse Aa Aa

Dieser Wahlenkampf wird wohl verbunden mit Begriffen wie Immobilien- und Finanzkrise in die Geschichte eingehen.
Alle Sorge der Politiker gilt der plötzlich vom Absturz bedrohten Mittelklasse.

Hat eigentlich jemand gemerkt, daß die schon länger Abgestürzten völlig vergessen wurden?

Der Politikwissenschaftler merkt an, daß beide Kandidaten ein System der öffentlichen Gesundheitsfürsorge, wie es in Europa üblich ist, ablehnen.
Andererseits gibt er zu bedenken, daß 47 bis 48 % der Mittel aus dem aktuellen Bundeshaushalt für Sozialprogramme aufgewendet werden.

Der Dokumentarfilmer Michael Moore, der immer den Finger auf die schmerzhafteste Wunde legt, rechnet vor:
Gesundheit wird immer teurer – und immer weniger Amerikaner sind ausreichend abgesichert.
48 Millionen Amerikaner leben schon jetzt ohne jede Krankenversicherung, bei 100 Millionen reicht sie für solche Probleme wie die im Film wieder angenähnten Finger bestimmt nicht aus.

Seit Jahrzehnten gibt es die Minimalprogramme für die Ärmsten:
Medicaid, die kostenlose Behandlung in bestimmten Kliniken, für jene, die schon als Empfänger von staatlicher Unterstützung anerkannt sind-
Und Medicare für mittellose Alte.

Bei 66 % aller Beschäftigten läuft die Krankenversicherung über die Firma, so daß sie bei Verlust des Arbeitsplatzes auch ohne Krankenkasse dastehen.

In den Debatten der Kandidaten war das kein Thema. John McCain sprach über Reduzierung der Kosten für die Hilfsprogramme und möchte ansonsten auch das Geschäft mit der Gesundheit dem Markt überlassen.

Barack Obama beschränkte sich bei seinen Vorschlägen auf eine Versicherungspflicht für Kinder.
Ansonsten will er den Besitzern großer und mittlerer Unternehmen gewisse Auflagen erteilen zur Krankenversicherung ihrer Belegschaft.

Auch die Bildung nahm in den Streitgesprächen keinen großen Raum ein.
Dabei wäre es gerade in diesem großen Land dringend notwendig. Wenn man etwas von amerikanischen Schulen hört, dann oft nur noch im Zusammenhang mit Gewalt.

Absolut gegensätzlich sind die Haltungen in ethischen Fragen wie Abtreibung oder Homosexuellen-Ehe.
Wo der Demokrat unterschiedliche Einstellungen und Lebensentwürfe gelten lassen will, sieht der Republikaner christliche Werte in Gefahr.