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Flüchtlingselend in kongolesischen Krisenregionen

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Flüchtlingselend in kongolesischen Krisenregionen

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Die Lage im Osten des Kongo wird immer kritischer. Zehntausende Menschen sind auf der Flucht vor den Truppen des Rebellengenerals Laurent Nkunda. Die meisten hoffen, in der rund 30 Kilometer entfernten Stadt Goma Zuflucht zu finden. Viele Flüchtlinge mussten die Nacht unter freiem Himmel verbringen und klagten über Hunger und Erschöpfung.

Die Regierungstruppen zogen sich Richtung Süden zurück. Die Tutsi-Rebellen nahmen nach eigenen Angaben bereits zwei große Städte im Osten ein und umzingelten Goma. Offizielle Bestätigungen dafür gab es zunächst nicht. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR ist weitgehend machtlos. UNHCR-Sprecher Ron Redmond sagte, es sei unmöglich, Helfer in die östlichen Regionen zu entsenden. Dort herrsche Anarchie, es sei zu gefährlich.

Daher müssten die Einsatzkräfte in der Nähe des Hauptquartiers in Goma bleiben. Kritik an der UNO kam von der Landeskoordinatorin der Hilfsorganisation “Ärzte ohne Grenzen”, Colette Gadenne: “Die Strategie der Vereinten Nationen im Kongo ist ein Fehlschlag.

200.000 Menschen sind in den letzten zwei Monaten aus ihren Häusern geflohen, sie leben auf der Straße, in Flüchtlingslagern, sogar im Buschland oder im Wald. Da kann man nicht vom Schutz der Bevölkerung sprechen.”

Die UN-Truppen versuchten erfolglos, die Tutsi-Rebellen an ihrem Vormarsch zu hindern. Mehrere Hubschrauberangriffe blieben vergeblich. Seit 1999 sind rund 17.000 Blauhelme im Kongo stationiert. Es ist der größte Friedenseinsatz der Vereinten Nationen.