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Zielgerade des US-Wahlkampfs auf allen Fernsehkanälen

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Zielgerade des US-Wahlkampfs auf allen Fernsehkanälen

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Sechs Tage vor der Wahl in den USA hat Barack Obama sich einen halbstündigen Werbespot auf vielen wichtigste Fernsehkanälen des Landes geleistet – zum Preis von umgerechnet mindestens 3 Millionen Euro. Zur besten Sendezeit mischte er dabei Geschichten über die Nöte der Durchschnittsamerikaner mit programmatischen Ankündigungen: Sollte er gewählt werden, gäbe es Steuersenkungen für Familien, die weniger als umgerechnet 125.000 Euro verdienen. Betrieben, die Jobs schaffen, würden die Steuern gesenkt. Firmen, die Arbeitsplätze ins Ausland verlegen, würden dagegen mehr zahlen müssen.

Gleich danach konnte Obama noch einen wichtigen Coup landen: Zum ersten Mal seit Beginn des Wahlkampfes ist Ex-Präsident Bill Clinton gemeinsam mit ihm auf das Podest gestiegen, um Wähler in Kalifornien von Obama zu überzeugen.

John McCain – dem wesentlich weniger Geld für Fernseh-Werbung zur Verfügung steht – war am Abend bei einem großen Sender eingeladen. Er machte sich zunächst über die Konkurrenz-Kanäle lustig, die sich durch Obamas Werbespot das Programm diktieren ließen.

Anschließend kritisierte er scharf die Haltung seines Rivalen zur Finanzierung des Wahlkampfs: Anfänglich habe Obama versprochen, sich auf der Zielgeraden nur auf staatliche Mittel zu beschränken. Als er dann aber soviel Spendengelder zusammen bekam, habe er das Versprechen gebrochen. Obama, sei der erste Kandidat seit des Watergate-Skandals, der das System der staatlichen Wahlkampf-Finanzierung aufgebe.