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Wie schafft man einen umweltfreundlichen Lebensraum?

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Wie schafft man einen umweltfreundlichen Lebensraum?

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Das ist eine Herausforderung, der sich mehrere europäische Städte stellen. Sie haben sich zu Eurocities zusammengeschlossen – einem Netzwerk, das aus mehr als 135 Städten aus 34 europäischen Ländern besteht.

Eurocities hat eine gemeinsame Erklärung im Kampf gegen den Klimawandel vorbereitet. Sie wurde diese Woche im französischen Lyon unterschrieben. Der amtierende Präsident des Netzwerks ist der Bürgermeister von Lyon. Gerard Collomb sagte, die Erklärung ist eine Verpflichtung der Städte, politische Maßnahmen durchzuführen, um Städtebau, Energieverbrauch und Öffentlichen Verkehr zu verändern. So sollten Treibhausgasausstöße und Umweltverschmutzungen verringert werden.

Die Städte sind das erste Glied im Kampf gegen den Klimawandel, wie der Bürgermeister von Kopenhagen, Klaus Bondam, erklärt. Dort wird im nächsten Jahr das Kyoto-Nachfolge-Abkommen vorbereitet. Er fügte hinzu, für die Städte sei es sehr wichtig zu betonen, dass sie eine bedeutende Rolle spielten, um das Klimaproblem lösen. Über 70 Prozent des weltweiten Kohlendioxidausstoßes würden von den Städten verursacht. Wenn also die nationalen Regierungen und die globalen Organisationen nicht besser mit den Städten zusammenarbeiteten, um eine Lösung zu finden, würde man scheitern.

Die Erklärung soll von allen Mitgliedern unterschrieben werden. Danach müssen die guten Absichten in die Tat umgesetzt werden. Und dazu braucht man Hilfe, sagt der Präsident des Großraums Nantes, Jean-Marc Ayrault, der Initiator der Erklärung. Nun müsse man konkret handeln, das beträfe den Öffentlichen Verkehr, den Wohnungs- und Städtebau, sowie die Wasser- und Luftqualität. Dazu seien die Städte bereit. Aber allein könnten sie das nicht erreichen. Man brauche also den Einsatz der Städte, der Regierungen und ganz Europas.

Ohne zu vergessen, dass auch jeder einzelne gefragt ist, wie die Umweltschützerin Véronique Cloup meint: “Zum Beispiel das eigene Auto… Wenn man zu viert im Auto sitzt, ist das nur ein Auto anstelle von vier. Das wäre schon gut. Und das Auto sollte man auch nur für wichtige Fahrten nehmen.”

Deswegen bieten mehr und mehr Städte umweltfreundliche Verkehrsmittel an – wie die frei verfügbaren Miet-Fahrräder in Lyon. Aber die Herausforderung besteht auch darin, Häuser mit geringerem Energieverbauch zu entwickeln. Zum Beispiel diese Schule, die einen Teil ihres Stroms selbst produziert – dank den Solarzellen auf dem Dach. Mit den 3 Millionen Euro aus dem EU-Programm Concerto werden in Lyon die alten Lagerstätten zwischen Rhône und Saône nach und nach ersetzt; dadurch kann das moderne Viertel Confluence entstehen. Der Projektmanager Maxime Valentin sagte, die Gebäude verbrauchten sehr wenig Energie – zugleich produzierten sie erneuerbare Energie. 80 Prozent der Energie auf den Gebäudeinseln würden mit Energie-holz produziert, und man habe warmes Wasser durch Solarzellen. Es gebe hier Sozialwohnungen, subventionierte Wohnungen und frei verkäufliche Wohnungen – aber auch Bürogebäude. Es mischten sich also soziale Schichten und Funktionen.

Das Viertel befindet sich noch im Bau. Um dort zu wohnen, muss man bis mindestens 2010 warten.