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Amerikaner in Brüssel eher für Obama

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Amerikaner in Brüssel eher für Obama

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Diese Bar im Stadtzentrum von Brüssel ist so eine Art Hauptquartier der Amerikaner in der belgischen Hauptstadt. Hierher kommt, wer Landsleute treffen, wer heimische Laute hören und auch, wer in politisch so spannenden Zeiten über die Präsidentschaftswahlen reden will. Kevin L. Prager gibt sich als Anhänger der Demokraten zu erkennen, gewählt hat er längst – natürlich Obama. Auf die Umfragen vorher gibt er nicht viel, meint viele Leute würden dabei nicht sagen, wen sie wirklich zu wählen gedenken.

Mary Jane Farren engagiert sich bei den Demokraten im Ausland. Begeistert meint sie, Obama habe wirklich die Öffnung bewirkt, in der nun echte Debatten stattfinden. Das sei es doch, was Amerika ausmache!

Republikaner sind in Brüssel nicht so leicht zu finden. Kein Wunder, wer vor allem die eigenen Werte gelten läßt, müht sich seltener mit fremden Sprachen und fremden Kulturen und geht eben seltener ins Ausland. Mike Kulbickas führt in Belgien den Verein der Republikaner im Ausland. Er gibt sich als ehemaliger Demokrat zu erkennen, der die Partei gewechselt hat, als die Demokraten im Senat zur Minderheit wurden. Er wirft ihnen mangelde Ernsthaftigkeit in der Außenpolitik vor. Er fand es sinnvoller, sich der Mehrheit anzuschließen, die Bush unterstützt, als auf Parties gegen ihn zu sticheln. Er meint, dass Präsident Bush die richtige Entscheidung getroffen hat und bekennt, sehr stolz darauf zu sein, dass er selber mit dem Parteiwechsel für sein Vaterland eingetreten ist und sich den in der europäischen Presse weitverbreiteten Argumenten entgegengestellt hat.

Soweit die entschiedenen Parteianhänger in Brüssel. Wie nicht anders zu erwarten, findet man in Brüssel überwiegend Obama zugeneigte Amerikaner. Wenn man viele fragt, stößt man auch einmal auf jemanden, der sich seiner Sache nicht ganz so sicher ist. Wie die Künstlerin Marina diCarlo-Wierichs, die meint: “Die Europäer glauben, dass Obama uns den großen Wandel bringt. Ich bin da nicht sicher, ich finde, beide Kandidaten könnten Wandel bringen.”

Laut Schätzungen leben zwischen 4 und 7 Millionen US-Bürger im Ausland – alle Familienangehörigen mitgerechnet. Wieviele davon ihre Stimme abgeben, lässt sich vorher kaum abschätzen.