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Barack Obama wird der nächste amerikanische Präsident

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Barack Obama wird der nächste amerikanische Präsident

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Man bescheinigt ihm Charisma, Rednertalent, eine hervorragende Bühnenpräsenz und eine einfache Botschaft, und die heißt “Change” – Wandel. Trotzdem ist die Wahl Barack Obamas zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika ein modernes Märchen. Ein schwarzer Mann im Weißen Haus – keine Selbstverständlichkeit.

“Mir ist klar, dass ich nicht der Paradekandidat für dieses Amt bin. Meine Herkunft passt nicht ins typische Muster, und ich habe meine Laufbahn nicht in den heiligen Hallen Washingtons absolviert. Aber heute abend stehe ich vor Ihnen, weil ein Ruck durch ganz Amerika geht,” sagte Obama zum Wahlkampfauftakt.

Obama wurde 1961 in Hawaii als Sohn eines Kenianers und einer weißen Amerikanerin aus Kansas geboren. Er studiert in Harvard Jura und zieht 2004 als einziger Farbiger in den Senat ein. Als sich der bis dahin vollkommen unbekannte Obama in die Primaries begibt, ist Hilary Clinton seine stärkste Konkurrentin – mit 33 Prozent Vorsprung. Das Wahlkampfteam Obamas erweist sich als äußerst effektiv. Die folgenden 19 Monate setzen die freiwilligen Wahlkampfhelfer alles daran, Wähler auf Obamas Seite zu ziehen. Eine gigantische Wahlkampfmaschinerie setzt sich in Gang, die unzählige Kleinspender zur Finanzierung der Kampagne motiviert. Darüberhinaus wiederholt Obama immer wieder dieselbe Botschaft: Die Vereinigung aller Amerikaner als ein Volk – ungeachtet der Hautfarbe, des Alters oder Geschlechts des Einzelnen.

“Wir können unsere Probleme nur lösen, wenn wir sie gemeinsam angehen: Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Junge, Alte, Behinderte, Schwule, Heteros. Das sollte unser Ziel sein.”

Besonders mit seiner Frau Michelle hatte Obama gute Karten bei den Afro-Amerikanern – sie ist das Paradebeispiel für geglückte Integration. “Wenn in diesem großartigen Land ein schwarzes Mädchen aus den Süden Chicagos Jura studieren kann, dann schafft es der Sohn einer alleinerziehenden Mutter aus Hawaii sogar bis ins Weiße Haus!”, rief sie bei einer Wahlkampfveranstaltung den Besuchern zu.

Nachdem er die demokratische Partei hinter sich gebracht hatte, bekam Obama auch die Unterstützung Colin Powells. Er lobte ihn als Verteter einer neuer Generation auf der Internationalen Polit-Bühne, und als Ausnahme-Präsidenten.