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Palin vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs freigesprochen. Ein Porträt

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Palin vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs freigesprochen. Ein Porträt

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Sarah Palin, republikanische Gouverneurin von Alaska und McCains Kandidatin für die Vize-Präsidentschaft, war vor gut zwei Monaten den meisten Menschen noch kein Begriff. Jetzt ist sie bei Millionen Amerikanern populär.

Von ihrem unverwechselbaren Look profitiert die Komikerin Tina Fey. Die echte Palin kann in “Saturday Night Live” darüber mehr lachen als über den falschen Sarkozy-Anruf vom Wochenende.

Mit der Nominierung der 44-Jährigen war McCain ein Überraschungscoup gelungen. Und Palin überraschte, in dem sie aus seinem Schatten trat und ihre Anhänger mitzureißen verstand.

In Alaska, fernab des restlichen Amerika, wurde Palin 1984 Schönheits-Queen. Und 2006 erste Gouverneurin des Bundesstaates. Die Mutter von fünf Kindern ist gegen Homo-Ehe und Abtreibung und kämpft auch sonst für konservativ-republikanische Werte.

Als Querschläger drohte sich die “Trooper-Affäre” zu entpuppen: Eine Kommission sprach die Gouverneurin nun wenige Stunden vor der Wahl vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs frei. Dem Bericht zufolge hat die Gouverneurin keine Gesetze Alaskas gebrochen. Bei der Affäre geht es um die Entlassung des Polizeichefs. Der hatte erklärt, von Palin unter Druck gesetzt worden zu sein, ihren Ex-Schwager aus dem Polizeidienst zu entlassen.

Einige Republikaner zweifelten offen an Palins Fähigkeiten, wie Ex-Außenminister Colin Powell, der seine Stimme den Demokraten versprach: “Ich war besorgt über die Nominierung von Gouverneurin Palin. Sie ist eine zu schätzende Frau, aber nachdem wir sie sieben Wochen lang erleben konnten, glaube ich nicht, dass sie Präsidentin der USA werden könnte, was ihr Job wäre als Vize-Präsidentin.”

Politisches Fingerspitzengefühl liessen Kampagnenleitung und Kandidatin beim Shopping vermissen: In Krisenzeiten kauften sie für 150.000 Dollar Schminke, Kleidung, Asseccoires. Ihre Anhänger stört das nicht. Die teuer verpackte Botschaft kam bestens an