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Obama steht für eine Zeitenwende

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Obama steht für eine Zeitenwende

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Als Barack Obama kurz nach elf Uhr abends in Chicago seinen Triumph feierte, kannte der Jubel keine Grenzen. Zum ersten Mal in der über 200-jährigen Geschichte der USA wird ein Afro-Amerikaner ins Weiße Haus einziehen. “Das Wahlergebnis ist die Entscheidung von Jungen, Alten, Reichen und Armen, von Demokraten und Republikanern, Schwarzen, Weißen, Lateinamerikanern, Asiaten, in den USA geborenen Amerikanern, Homosexuellen, Heterosexuellen, Behinderten und Gesunden, Amerikanern, die alle der Welt die Botschaft vermittelt haben, dass wir nie nur eine Ansammlung von Individuen oder eine Ansammlung von roten und blauen Staaten waren. Wir sind und werden immer die Vereinigten Staaten von Amerika sein”, so Obama in Chicago.

Seit einem Jahrhundert haben sich nie so viele Wahlberechtigte an einer Abstimmung beteiligt – rund 64 Prozent. Auch auf dem Times Square in New York, wo nicht wenige vor Freude in Tränen ausbrachen, herrschte Jubel. Vierzig Jahre nach der Bürgerrechtsbewegung haben sich die Bürger der USA für einen Afro-Amerikaner entschieden. Noch vor kurzem schien das undenkbar. Amerikanische Medien sprechen – nicht nur in diesem Sinn – von einer Zeitenwende. “Ich bin sprachlos. Ich habe so viele Jahre darauf gewartet, das zu sehen.

Ein Schwarzer ist Präsident. Als ich ein kleines Mädchen war, musste ich in den Südstaaten hinten im Buss in der Schwarzensektion sitzen. Ich bin sprachlos”, so eine Frau. “Ich bin ein Teil davon, dies ist unglaublich, es ist eine historische Nacht”, meinte ein junger Mann. “Nie zuvor haben wir etwas ähnliches erlebt, es ist wunderbar.” Die insgesamt 538 Wahlmänner des Wahlkollegiums werden am 15. Dezember offiziell ihre Stimmen für ihren jeweiligen Bundesstaat abgeben.