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Von Martin Luther King zu Barack Obama

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Von Martin Luther King zu Barack Obama

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Der “American Dream” hat ein neues Gesicht: Barack Obama steht für ein junges Amerika des Umbruchs. Das sich seiner Vergangenheit stellt, wie den Zeiten der Rassentrennung. In seiner Dankesrede erzählte Obama von einer über 100-jährigen Wählerin: “Sie war beim Busboykott in Montgomery dabei, bei den Wasserwerfern in Birmingham, bei den Märschen von Selma. Ein Prediger in Atlanta sagte den Menschen “We shall overcome – yes, we can.”

45 Jahre trennen diese beiden Seiten der amerikanischen Geschichte. Am 28. August 1963 kamen 250.000 Menschen – darunter auch Zehntausende Weiße – zu friedlichen Demonstrationen in Washington zusammen. Hier hielt der Bürgerrechtler Martin Luther King seine wohl berühmteste Rede: “I have a dream”:

“Wenn wir die Freiheit erschallen lassen – wenn wir sie erschallen lassen von jedem Dorf und jedem Weiler, von jedem Staat und jeder Stadt, dann werden wir die Ankunft DES Tags beschleunigen können, an dem alle Kinder Gottes – schwarze und weiße Menschen,
Juden und Heiden, Protestanten und Katholiken – sich die Hände reichen und die Worte des alten Negro Spiritual singen: “Endlich frei! Endlich frei! Großer allmächtiger Gott, wir sind endlich frei!”

Das war der Höhepunkt der Bürgerrechtsbewegung, die auch oft von Unbekannten beeinflusst wurde – wie Rosa Parks. 1955 hatte sie sich in einem Bus in Montgomery geweigert, ihren Sitz für einen Weißen zu räumen. Auf ihre Verhaftung folgte ein 381 Tage dauernder Boykott – bis die Rassentrennung in den Bussen von Montgomery aufgehoben wurde.

Erfolge, die oft mit Gewalt quittiert wurden. In mehreren Städten griffen militante Weiße die Demonstranten der schwarzen Bürgerrechtsbewegung an. Nach dem Attentat auf Martin Luther King 1968 brachen gewaltsame Unruhen in Washington aus. Das veranlasste Präsident Lyndon Johnson, die Menschen im Namen des Bürgerrechtlers zur Ruhe zu rufen.

Seitdem wurde ein langer Weg zurückgelegt. Nach dem Wahlsieg Obamas wurde dessem Wegbereiter in dieser Kirche in Atlanta gedankt: “I want to thank Martin Luther King Jr. He must be looking down from heaven saying ‘hallelujah, hallelujah, hallelujah’.”