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Amerika am Tag danach: Obama-Anhänger im Freudentaumel

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Amerika am Tag danach: Obama-Anhänger im Freudentaumel

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Ein ganz normaler Mittwoch in Chicago – und doch ist nichts so wie noch einen Tag zuvor. Der Wahlsieg von Barack Obama ist für viele der Auftakt zu einer neuen Ära. Die Erwartungen an den nächsten US-Präsidenten sind hoch – aber vorerst sind die Menschen einfach nur glücklich. “Die letzte Nacht war das Großartigste, was je passiert ist”, sagt eine junge Frau. “Ich bin 22 und meine Generation ist oft sehr passiv, aber das ist das erste Mal, dass wir mobilisiert und wirklich wachgerüttelt wurden.”

Obamas Wahlkampfslogan wird zum Schlagwort: “Yes we can” – drei Worte, die eine Nation begeistert haben. Klar ist den Menschen allerdings auch, dass auf den künftigen Präsidenten schwierige Aufgaben zukommen. “Er erbt eine große Verantwortung und viele Probleme”, meint ein Kaffeehausbesucher in Arlington, Virginia, und fügt gleich hinzu: “Aber ich denke, er kommt damit klar.”

Eine besondere Rolle kommt einer kleinen, alten Frau zu: Anne Nixon Cooper, 106 Jahre alt, die Obama in seiner Rede ausführlich erwähnte. Sie durfte früher wegen ihrer Hautfarbe nicht wählen und ist jetzt überglücklich. “Nie hätte ich das erwartet”, sagt sie im Gespräch mit einem Journalisten. Auch in Anne Nixon Coopers Heimatstadt Atlanta wurde Obamas Sieg ausgiebig gefeiert – sogar bei den Obdachlosen. Schließlich war Obama jahrelang in Chicago als Sozialarbeiter tätig. Viele Menschen hoffen daher, dass er ein offenes Ohr für die Nöte der Ärmsten in der Gesellschaft haben wird.