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Nach der US-Wahl: Ansturm auf Zeitungen

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Nach der US-Wahl: Ansturm auf Zeitungen

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Die Präsidentenwahl in den USA ist Geschichte, und Amerika hat damit auch Geschichte geschrieben. Viele wollen sich und auch die Nachkommen später noch daran erinnern: Zeitungen vom Tag nach der Wahl waren gefragt wie sonst nie. Bei der Washington Post zum Beispiel standen die Menschen Schlange, um eins der Exemplare zu ergattern – oder auch mehrere; mehr als fünf bekam aber keiner.

“Das Warten hat sich gelohnt”, sagt einer hier; “mit so einer Zeitung kann man sich später einmal gut erinnern. Ich werde sie wohl einrahmen und aufhängen, das wird toll.”

Auch andere große Zeitungen hatten die Auflage beträchtlich erhöht – und mussten trotzdem noch Zehntausende Exemplare nachdrucken.

“Dieser Abend war das Ungewöhnlichste, was mir und meiner Generation jemals passiert ist”, sagt eine junge Frau in Chicago. “Ich bin 22, klar ist das eher eine passive Sache. Aber es war das erste Mal, dass wir wirklich mobilisiert wurden und uns für etwas begeistert haben.”

Dass diese Wahl historisch ist, zeigt sich auch an Ann Nixon Cooper: 106 Jahre alt; geboren in einer Zeit, als Frauen nicht wählen durften; Schwarze sowieso nicht. Obama sprach von ihr in seiner Rede nach der Wahl. Sie selbst sagt: “Wir haben es so weit gebracht, das geht jetzt immer weiter. Irgendwann gehören wir alle zusammen.”

In Washington können Obama-Anhänger jetzt öffentlich ihre Glückwünsche hinterlassen. Vor dem Lincoln-Denkmal hat eine Bürgerrechtsbewegung dazu eine provisorische Wand aufgestellt. Abraham Lincoln war der Präsident, der in den USA die Sklaverei abschaffte – vor fast 150 Jahren.