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EU-Gurken sollen wieder krumm sein dürfen

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EU-Gurken sollen wieder krumm sein dürfen

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Es gibt wohl kaum ein stärkeres Symbol für den angeblichen Regulierungswahn der europäischen Institutionen: Die Vorgaben zur Krümmung von Gurken, Bananen und anderem Obst und Gemüse. Künftig sollen Auberginen, Aprikosen, Kirschen, Knoblauch, Lauch, Erbsen, Spinat und Wassermelonen normfrei verkauft werden – insgesamt 26 Obst- und Gemüsesorten. Die EU-Kommission will sich nach eigenen Worten in dieser Woche von “unnötigen Marketing-Standards” verabschieden.

Michael Mann, Sprecher der EU-Kommission: “Zur Zeit wird noch jede Menge Nahrung verschwendet, weil Äpfel, Karotten und so weiter den Standards nicht genügen. Manchmal landet Obst und Gemüse sogar im Müll deswegen – wir halten das in Zeiten hoher Lebensmittelpreise für blödsinnige Verschwendung. Wenn der Vorschlag durchkommt, dürfen Äpfel, Gurken, Birnen oder Karotten wieder so aussehen wie sie wollen ! gross, klein, krumm oder gerade – solange die Qualität stimmt.”

Sollten die 27 EU-Mitgliedsstaaten zustimmen, werden die Anforderungen an die Größe und das Aussehen von 26 Obst- und Gemüsesorten fallengelassen. Dazu gehören Auberginen, Aprikosen, Kirschen, Knoblauch, Lauch, Erbsen, Spinat und Wassermelonen.

Der belgische Händler David Dejong ist dafür:
“Die moderne Landwirtschaft ist stark auf den Handel ausgerichtet. Alles sieht aus wie vom Fliessband: gleiche Grösse, gleiche Optik. Oft sind das Hybride. Alte Sorten verschwinden.”

Zehn Obst- und Gemüsestandards sollen weiter gelten – sie betreffen die wichtigsten Export-Sorten. Aber auch krumme Äpfel, Zitrusfrüchte, Pfirsiche, Birnen oder Tomaten sollen auf den Markt kommen dürfen – Norm hin, Norm her. Wenn es nach Brüssel geht, vom kommenden Juli an.