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Russisches Unfall-U-Boot war hoffnungslos überbelegt

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Russisches Unfall-U-Boot war hoffnungslos überbelegt

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Trauerfeier für die Opfer des Gasunfalls auf dem russischen Atom-U- Boot «Nerpa». In Komsomolsk am Amur betrauerten Familienangehörige, Arbeitskollegen und tausende Trauergäste zwölf tote Werftmitarbeiter. Ingesamt waren am Samstag an Bord des gerade fertiggestellten Atom-U-Boots im japanischen Meer 20 Menschen umgekommen – drei Offiziere und 17 Zivilisten.

Es ist der schwersten Unfall an Bord eines russischen U-Boots seit der “Kursk” – Katastrophe vor acht Jahren. Damals starben 118 Menschen.

Das Schiff war auf Testfahrt und soll offenbar von von der russischen Marine in Dienst gestellt werden.

Russland und Indien haben einen Leasingvertrag über zwei Atom-U-Boote dieses Typs für einen Zeitraum von zehn Jahren abgeschlossen. Vertragsumfang: mehr als 500 Millionen Euro.

U-Boote der russischen “Akula”-Klasse wie die “Nerpa” sind mit Marschflugkörpern von 3.000 Kilometern Reichweite bestückt; sie gelten als die modernste, leiseste und tödlichste russische U-Boot-Waffe.

Nach bisherigen Erkenntnissen wurde das Gas an Bord der “Nerpa” durch eine Fehlfunktion des Feuerlöschsystems freigesetzt.

Überlebende berichten inzwischen Einzelheiten über den Unfall:

- das Löschsystem sei am frühen Abend plötzlich angesprungen

- die Opfer hätten es meist nicht rechtzeitig geschafft, ihre Gasmasken aufzusetzen oder seien bei dem Versuch umgekommen, andere aus dem verseuchten Bereich zu retten

- das für bis zu 90 Personen gedachte U-Boot habe mehr als 200 Menschen an Bord gehabt.

Militärs halten es für möglich, dass die Zivilisten an Bord zu wenig Erfahrung mit Atemschutzmasken hatten.

Bei einem Feuer wird das betroffene Schiffsteil abgeschottet, der Sauerstoff abgesaugt und mit dem Gas Halon geflutet. Das erstickt alles – Feuer und Menschen ohne Sauerstoffmasken.