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Jerusalem hat neuen Bürgermeister

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Das bisher ultra-orthodox regierte Jerusalem hat einen säkularen Bürgermeister gewählt. Mit rechtsnationalen Wahlaussagen hat der High-Tech-Unternehmer Nir Barkat offenbar auch einen Teil der orthodoxen Bewohner hinter sich gebracht. Er erzielte 52 Prozent.

Jerusalem ist tief gespalten in je ein Drittel orthodoxe Juden, Araber und säkulare oder nationalreligiöse Juden.

Wie sein Gegenkandidat, der ultraorthodoxe Rabbiner Meir Porusch, der auf 43 Prozent kam, hat sich Barkat im Wahlkampf zu Jerusalem als “unteilbarer und ewiger Hauptstadt des jüdischen Staats” bekannt.

Die Palästinenser beanspruchen den arabischen Ostteil als Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates.

Die meisten Araber aus dem seit 1967 besetzten Ostteil boykottierten die Wahl.

Weder die Kadima, Likud noch die Arbeitspartei hatten Kandidaten ins Rennen geschickt.

Barkats Wähler hoffen vor allem auf einen Aufschwung in der verarmten Stadt.

Nach dem Studium hatte Barkat Millionen im Internetgeschäft verdient – er entwickelte eine der weltweit ersten Anti-Virus-Softwares. 2003 ging er in die Politik.

Dort gehörte er zunächst der derzeit das Land regierenden Kadima-Partei von Ministerpräsident Ehud Olmert an. Er verließ die Partei aus Protest gegen eine seiner Meinung nach zu nachgiebige Politik gegenüber den Palästinensern.

Die Heilige Stadt dreier Religionen kämpft seit Jahren mit einer starken Abwanderung junger Familien. Die Mieten gelten als unerschwinglich, gut bezahlte Arbeitsplätze sind rar.