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Viele Freisprüche für Polizei-Gewalt von Genua

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Viele Freisprüche für Polizei-Gewalt von Genua

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Mehr als sieben Jahre nach den brutalen Übergriffen der italienischen Polizei gegen Globalisierungsgegner hat ein Gericht in Genua milde geurteilt. Mehr als die Hälfte der 29 Angeklagten wurde freigesprochen. 13 Polizisten müssen für insgesamt 35 Jahre ins Gefängnis. Die längste Haftstrafe beträgt vier Jahre.

Der Prozess war einer von mehreren um die Gewalt beim G8-Gipfel in Genua 2001. Damals wurde ein Demonstrant von einem jungen Polizisten erschossen. Hunderte Menschen wurden verletzt.

Beim aktuellen Verfahren ging es um die brutale Stürmung einer Schule, die Globalisierungsgegnern als Unterkunft diente. Dabei wurden mehr als 80 Menschen verletzt. Mehr als 60 mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Die Polizei begründete die Aktion damit, sie sei zuvor von den Demonstranten angegriffen worden. Den Ermittlungen zufolge hatten viele der Globalisierungsgegner jedoch geschlafen und keinen Widerstand geleistet. Zwei angeblich gefundene Molotow-Cocktails hatten die Sicherheitskräfte selbst in der Schule deponiert.

Die Staatswanwaltschaft hatte deutlich höhere Strafen gefordert. Die meisten der Angeklagten sind weiter im Dienst.