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Italienische Koma-Patientin darf sterben

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Italienische Koma-Patientin darf sterben

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Eluana Englaro darf sterben. Seit einem Autounfall vor 16 Jahren liegt die Italienerin im Koma. Fast ebenso lange ist klar: Ihr Zustand ist unumkehrbar. Das Kassationsgericht in Rom bestätigte jetzt endgültig das Urteil der vorherigen Instanz, wonach die künstliche Ernährung eingestellt werden darf.

Lange hatte der Eluanas Vater darum gekämpft. Seine damals 19-jährige Tochter soll ihm erklärt haben, in einem solchen Zustand lieber sterben zu wollen.

Auch für den römischen Zivilrechtsprofessor Stefano Rodota liegt darin der Schlüssel: Die Richter hätten kein Todesurteil gefällt, sondern nur ein Ende der Pflege ermöglicht. Dies sei der Wille der Patientin gewesen, die Eltern hätten diesen respektieren wollen. Die Richter hätten nur ihre Arbeit getan.

In der Rechtspraxis wird zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe, sowie Hilfe zum Selbstmord unterschieden. Die Schweiz und die Niederlande haben die liberalsten Gesetze, auch in Belgien und Luxemburg ist Sterbehilfe nicht strafbar. Das Abschalten lebenserhaltender Geräte ist bei unterschiedlichen Bedingungen in vielen EU-Ländern möglich. Die strengsten Gesetze gelten in Polen.