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Neue Parteispitze für deutsche Grüne

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Neue Parteispitze für deutsche Grüne

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Zusammen werden sie jetzt für grüne Politik in Deutschland trommeln: Claudia Roth und Cem Özdemir, seit dem Wochenende die neue Doppelspitze der Partei.

Roth gehörte schon vorher dazu, Özdemir ist nun auf dem Parteitag in Erfurt neu in das Spitzenamt gewählt worden. Dort löst er Reinhard Bütikofer ab, der ins Europaparlament will.

Knapp achtzig Prozent Zustimmung, Özdemir kann zufrieden sein: Damit lag er nur knapp hinter der in der Partei beliebten Claudia Roth – die ihr letztes Ergebnis von vor zwei Jahren aber beträchtlich verbesserte.

Sein Blick geht nun nach vorn: “Ich möchte gemeinsam mit Euch für eine Gesellschaft kämpfen”, sagt Özdemir, “in der alle mitgenommen werden: egal welche Herkunft sie haben, ob ihre Vorfahren aus Kasachstan, aus Anatolien kommen, oder ob sie schon gegen die Römer im Teutoburger Wald gekämpft haben. Alle sind uns gleich wichtig.”

Özdemir ist der erste deutsche Parteichef, der von Einwanderern abstimmt; Eingliederung statt Ausgrenzung, das ist ihm wichtig: “Das ist die Gesellschaft”, sagt er auch, “für die ich mit Euch gemeinsam kämpfen möchte, dass wir eine solche Gesellschaft in Deutschland realisieren.”

Auch Claudia Roth schlägt kämpferische Töne an; schließlich ist es kein Jahr mehr bis zur Bundestagswahl im Herbst: “Ich möchte mit Euch gegen Politikverdrossenheit kämpfen”, sagt sie vor den Anhängern; “gegen Politik mit Schlaftablette und gegen einen Populismus von rechts und von links, denn das ist Gift fur die Demokratie in unserem Land.”

Um mögliche Koalitionen nach der Wahl ging es auf dem Erfurter Parteitag nicht. Heute werden noch die Spitzenkandidaten gewählt: die Ex-Minister Renate Künast und Jürgen Trittin.