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Prozess wegen Mordes an Kreml-kritischer Journalistin in Moskau eröffnet

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Prozess wegen Mordes an Kreml-kritischer Journalistin in Moskau eröffnet

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Zwei Jahre nach dem Mord an der regierungskritischen russischen Journalistin Anna Politkowskaja hat vor einem Moskauer Militärgericht der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter begonnen. Vor Gericht stehen ein ehemaliger Mitarbeiter des russischen Inlandsgeheimdienstes, ein russischer Polizist und zwei Brüder aus Tschetschenien. Ein weiterer Bruder, der mutmaßliche Todesschütze, ist flüchtig.

Richter Jewgeni Subow soll über die Schuld der vier Angeklagten entscheiden. Die Verteidigung glaubt allerdings nicht an ein faires Verfahren und wirft den Behörden vor, schlecht ermittelt zu haben. Der Chefredakteur der Zeitung Novaja Gaseta, für die auch Anna Politkowskaja arbeitete, sagte zum Prozessauftakt, spezielle Dienste, die außerhalb der Gesetze stünden und das Recht hätten, zu töten und für kriminelle Machenschaften Sondereinheiten anzuheuern, hätten in diesem Fall ihre eigenen Interessen zu schützen. Anna Politkowskaja war vor allem wegen ihrer Berichte über Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien bekannt geworden. Zudem hatte sie mehrmals Kritik am damaligen russischen Präsidenten Wladimir Putin geübt. Am 7. Oktober 2006 wurde Politkowskaja im Treppenaufgang ihres Wohnhauses in Moskau erschossen. Viele Oppositionelle und Kollegen der Journalistin zweifeln allerdings an der Schuld der Angeklagten. Sie sprechen von einem politisch motivierten Mord und vermuten die Hintermänner der Tat direkt im Kreml oder in Tschetschenien.