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35 Tonnen Farbe zum Lob der Menschenrechte

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35 Tonnen Farbe zum Lob der Menschenrechte

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Spanien hat der Welt eine riesige bunte Tropfsteinhöhle geschenkt. Der Standort: Der Sitz der Vereinten Nationen in Genf, “Saal der Menschenrechte.” Zum 60. Geburtstag der Erklärung der Menschenrechte wurde das Werk des spanischen Künstlers Miquel Barceló übergeben. Mit von der Partie: Spaniens König Juan Carlos und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.

Die UN-Menschenrechtscharta ist das ausdrückliche Bekenntnis der Vereinten Nationen zu den allgemeinen Grundsätzen der Menschenrechte. Es wurde am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen in Paris verkündet und ist Grundlage des humanitären Völkerrechts. Allgemeine Menschenrechte” wurden zum erstenmal in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776 postuliert und von der französischen Nationalversammlung vom 1789 weiterentwickelt.

Ban Ki Moon: “Die Menschenrechte sind die unverzichtbare Grundlage eines dauerhaften Friedens und einer nachhaltigen Entwicklung. Ich freue mich, diesen Saal zum 60. Jahrestag der UN-Menschenrechtscharta einweihen zu können.” “Höhlenmeer” nennt Künstler Barceló sein 1400 Quadratmeter großes Deckengemälde -eine “Polymetapher”.

Juan Carlos: “Es gibt keine bessere Sprache als die Kunst, um Werte, Prinzipien und Auftrag auszudrücken, die die UNO für die Menschen entwickelt.”

Gekleckert hat Barceló wahrlich nicht bei seiner Polymetapher: In mehr als einem Jahr Arbeit wurden 35 000 Tonnen Farbe mit Paintball-Gewehren verspritzt, Kostenpunkt bis zu 20 Millionen Euro. 60 Prozent stammen von Spaniens Großkonzernen, der Rest vom spanischen Staat. Um eine halbe Million aus einem Fonds für Entwicklungshilfe wird in Spanien höchst undiplomatisch gestritten.

Das Meer stehe für die “Vergangenheit, den Ursprung der Spezies, das Versprechen auf eine neue Zukunft…” Die Höhle wiederum sei Sinnbild der Agora, des ersten Versammlungsplatzes des Menschen, des großen afrikanischen Baumes, unter dem man sich zum Palaver einfindet, “für die einzig mögliche Zukunft: den Dialog und die Menschenrechte”.