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Piratenangriffe nehmen zu: EU bereitet sich auf Einsatz vor

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Piratenangriffe nehmen zu: EU bereitet sich auf Einsatz vor

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Ab dem 8. Dezember sollen Streitkräfte der EU die Piraten in den somalischen Küstengewässern bekämpfen – eine schwierige Aufgabe angesichts der Zunahme der Überfälle. Laut dem Internationalen Schiffahrtsbüro ist die Zahl der Piratenangriffe im vergangenen Jahr erstmals seit 2003 wieder gestiegen. Derzeit befinden sich 17 Schiffe und rund 340 Seeleute in der Gewalt der Piraten. Der britische Außenminister David Miliband sprach von einer Bedrohung für Wohlstand und Wachstum. Großbritannien werde im kommenden Monat den EU-Einsatz leiten, so Miliband. Man werde militärische Mittel einsetzen, um das Problem anzupacken und die Geißel der Piraterie im Golf von Aden zu beenden.

Die moderne Piraterie hat mit der Seeräuberromantik eines Robert Louis Stevenson nichts mehr zu tun. Der Seeräuber von heute hat keine Augenklappe und setzt statt Enterhaken lieber Radargeräte und Panzerfäuste ein. Und gerade vor der Küste Somalias ist die Piraterie besonders erfolgversprechend, erklärt der geschäftsführende Direktor des Reederverbands von Hongkong, Arthur Bowring: “Es gibt wenig Polizeiaktionen, denn die somalische Regierung arbeitet nicht effektiv. Das heißt, dass die Piraten hier wirklich weitgehend ungestraft agieren können.”

Die verstärkte Marinepräsenz der NATO konnte die Seeräuber bislang nicht abschrecken. Die Piraterie hat inzwischen auch Auswirkungen auf den europäischen Verbraucher: Versicherungen für Schiffe werden wegen des Risikos teurer – und am Ende muss der Konsument für diese Kosten aufkommen.