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Serbien reicht Gegenklage gegen Kroatien ein

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Serbien reicht Gegenklage gegen Kroatien ein

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Die juristische Aufarbeitung der Abspaltung Kroatiens von Jugoslawien verschärft sich. Vor dem Internationale Gerichtshof in Den Haag hat Belgrad Gegenklage gegen Zagreb eingereicht.

Das UN-Gericht hatte zuvor mit 10 von 17 Richterstimmen eine Völkermordklage Kroatiens gegen Serbien angenommen. Der Rechtsnachfolger Jugoslawiens hatte Verbrechen eingeräumt, Völkermord aber nicht.

Das Verfahren werde zur Konfrontation von Nationen und Gesellschaften beitragen, so der Leiter der serbischen Delegation. Es wäre besser gewesen, die individuelle Schuld Einzelner zu untersuchen.

Doch die Prozesseröffnung – ausgerechnet am 17. Jahrestag der blutigen Eroberung des kroatischen Vukovar durch serbische Milizen – müsse das angespannte Verhältnis der Nachbarn nicht weiter belasten, hoffte der Vertreter Kroatiens. Das Verfahren könne auch beitragen zu nachhaltigem Frieden und guten Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Kroatien hatte sich 1991 von Jugoslawien unabhängig erklärt. Im folgenden Krieg wurden tausende Kroaten ermordet. Aber auch viele Serben wurden getötet und vertrieben. Oft gingen paramilitärische Milizen am brutalsten vor. Eine direkte Verantwortung Belgrads konnte bereits in einem ähnlichen von Bosnien-Herzegowina angestrengten Verfahren nicht bewiesen werden.