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Erneut Schiff vor Somalia gekapert

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Erneut Schiff vor Somalia gekapert

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Drei Tage nach der spektakulären Kaperung des millionenschweren saudischen Supertankers “Sirius Star” im Indischen Ozean haben Piraten im Golf von Aden erneut ein Handelsschiff in ihre Gewalt gebracht. Dabei handelt es sich um einen Frachter
aus Hongkong mit 25 Besatzungsmitgliedern.

Die Schifffahrtindustrie denkt über die Ursachen nach. Immer mehr der großen Unternehmen ziehen es vor, einen Umweg über das Kap der Guten Hoffnung zu machen, um die Region zu meiden. Der Schifffahrtexperte Jim Wilson meinte, die Ursachen für die Piraterie lägen nicht auf See. Es gebe nicht genug Kriegsschiffe auf der Welt, um die Schiffe im Golf von Aden zu schützen. Die Lösung sei politischer Natur, an Land, in Somalia, sie liege bei den verschiedenen Kriegsparteien. Ohne dort Frieden zu schaffen, werde es immer Ärger auch auf See geben.

Allein ein Drittel der Piratenüberfälle weltweit geht nach Angaben des Internationalen Seefahrtbüros auf das Konto der Seeräuber am Horn von Afrika. Somalias Ministerpräsident Hassan Hussein äußerte die Auffassung, dass in die Vorfälle auch andere Organisationen verwickelt seien, es handle sich nicht ausschließlich um somalische Piraten. Mit dem Überfall auf die “Sirius Star” haben die Piraten neue operative Wege eingeschlagen.

In den als extrem gefährlich geltenden somalischen Küstengewässern sichern inzwischen zahlreiche Kriegsschiffe die Schifffahrtsrouten. Jetzt haben die Piraten fernab von dort zugeschlagen.